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Holländische Heide: Widerstand gegen schnelle Bebauung

Holländische Heide: Widerstand gegen schnelle Bebauung

Mehr als 20 000 Quadratmeter sollen bebaut werden — wie, das ist umstritten.

Wuppertal. Nicht Bauträger, sondern Erschließungsgesellschaft sei die WGZ Immobilien aus Münster, sagte Diplom-Geograph Ludwig Eickenbusch, als er der Bezirksvertretung Uellendahl/Katernberg die Pläne für die Holländische Heide vorstellte. Der kleine Unterschied hat insofern Bedeutung, als die WGZ nur das vorgesehene Wohngebiet erschließen wird, während die Details noch lange nicht erörtert sind.

Zu betonen ist, dass sich das Verfahren in einem frühen Stadium befindet. Ein Bebauungsplan für das 26.000 Quadratmeter große Grundstück besteht bereits seit den 1990er Jahren. Die alten Pläne, die nie verwirklicht wurden, sahen eine ungewöhnlich dichte Bebauung vor, die inzwischen als nicht mehr zeitgemäß gilt. Hinzu kam eine Schwierigkeit, die nun eben die WGZ lösen soll: die Erschließung.

Der neuerliche Aufstellungsbeschluss ist Vorläufer für einen veränderten Ansatz, wobei statt der Reihen- und Mehrfamilienhäuser nun Doppel- und Einfamilienhäuser entstehen sollen. Die Verwaltung strebt ein beschleunigtes Verfahren an, womit eine Umweltprüfung entfallen würde. Begründung ist, dass die tatsächlich bebaute Fläche mit ihren 20.000 Quadratmetern unter dem Maß liegt, das eine landschaftspflegerische Begleitung vorsehen würde.

Der Naturschutzbund wehrt sich gegen beschleunigte Verfahren und erhielt dazu Unterstützung durch BV-Vertreter wie auch durch die zahlreichen Anwohner, die die Sitzung verfolgten. Der Vielfalt der Flora entspreche auf der Holländischen Heide eine artenreiche Tierwelt, die durch die Versiegelung und Bebauung bedroht sei. Zumindest sei für eine Ausgleichsfläche zu sorgen.

Beschlussqualität der BV war lediglich eine Empfehlung, während der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen am 1. Februar die Entscheidung über den Aufstellungsbeschluss fassen wird. Die BV nahm in ihre Empfehlung auf, von einem beschleunigten Verfahren abzusehen und eine landschaftspflegerische Begleitung zu verfügen.