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Hoffnung: 2016 ist wieder Wasserspaß in der Mirke geplant

Hoffnung: 2016 ist wieder Wasserspaß in der Mirke geplant

Verein und Förderer sind überzeugt, dass die Finanzierung gestemmt werden kann.

Uellendahl. Es ist eine Herzensangelegenheit, das Becken im Freibad Mirke wieder mit Wasser zu füllen. Heiner Mokroß kämpft mit dem Förderverein Pro Mirke für den Erhalt des drittältesten Beckenbades Deutschlands. Nun mit Perspektive: 2016 könnte der Schwimmbetrieb wieder aufgenommen werden. Jedoch als Naturbad, mit Kneipp-Becken, einem Bewegungspark, Kletterwand und einer ausfahrbaren Wasserbühne. Umbaukosten: 1,7 Millionen Euro. Finanzierung: 200.000 Euro Eigenmittel und Fördergelder. Am WZ-Mobil sehen die Besucher das Konzept positiv und glauben an die Chancen.

Leo Stolz (14) und Lucas Böhle (16) kommen zwar nicht aus der Umgebung, helfen aber, wo es geht. Besonders für handwerkliche Aufgaben sind sie zuständig. Über den Wassersport ist der Vohwinkeler Lucas zum Freibad gekommen. Leo hingegen kennt das Becken nur ohne Wasser, kämpft aber trotzdem mit. „Es ist hier wie eine große Familie.“ Und Lucas fügt hinzu. „Wenn es Rückschläge gibt, sehen wir das als Motivation, es das nächste Mal besser zu machen.“

Auch Klaus Elle steht hinter der Projektidee. Jedoch äußert er Bedenken: „Die Menschen wollen klares Wasser haben und möglichst auf den Boden gucken — ich weiß nicht, ob ein Naturbad die Leute überzeugt.“ Er ist aber auch sicher, dass das Konzept realisierbar sein kann. „Man muss sich nur mal die Junior Uni angucken. Wenn es sich um eine Herzensangelegenheit handelt, ist alles machbar,“ sagt er.

Zu den Mitstreitern gehört auch Andrea Franck-Mokroß. Für sie ist die Finanzierung machbar. „Kosten wie Gas und Chlor fallen bei diesem Konzept weg. Das bedeutet weniger Betriebskosten.“ Diese belaufen sich im Jahr auf rund 43 000 Euro ohne Personalkosten. Franck-Mokroß’ Vorbild ist die Nordbahntrasse — denn da habe sich die ehrenamtliche Arbeit auch ausgezahlt. „Wenn erst mal wieder Wasser im Becken ist, ist das Konzept auch gewinnbringend.“

Uwe Kreinberg ist als Wuppertaler Bürger zum WZ-Mobil gekommen. „Die Stadt braucht nach den ganzen Katastrophen wie zum Beispiel den Döppersberg oder den Umbau der Schwebebahn Aushängeschilder.“ Er empfindet die Lage des Freibades als wunderschön. „In Verbindung mit der Nordbahntrasse gelingt es, Touristen in die Stadt zu locken.“

So ist auch Nina Bausch zum Freibad gekommen. Ursprünglich stammt sie aus Düsseldorf, wohnt aber seit drei Jahren in Wuppertal. Nach der ersten Kulturveranstaltung im wasserlosen Bad war sie sofort dabei. „Es ist ein Projekt mit Herz. Alle geben sich unfassbar viel Mühe.“ Für sie ist die Mirke ein Ort der Menschen verbindet. Auch das Projekt-Ziel schätzt sie als „definitiv realistisch“ ein. „Solange wir durch Veranstaltungen auf uns aufmerksam machen können, kommt das Projekt ins Laufen.“

Genau die Veranstaltungen schätzt Lea Luhn. Sie findet es klasse, im Freibad zu feiern — genauso freut sie sich aber auch, wieder im Badeanzug zur Mirke zu kommen. Und das Kostenkonzept? „Klar ist das realistisch, auch wenn ich sonst einen Kredit aufnehmen muss.“

David J. Becher ist schon neugierig, wie es 2016 im Freibad aussehen mag. „Ich habe noch nie in einem Naturbad geschwommen. Von den Plänen bin ich absolut begeistert.“

Auch Karl-Eberhard Wilhelm ist ein Fan des Konzepts. „Das ist einfach eine starke Sache. Das Engagement ist bewundernswert“, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins Uellendahl, der sich vor allem um den Mirker Hain kümmert. „Durch das Freibad kommt auch Kultur in den Mirker Hain“, lobt Wilhelm.