Herbstlaub bereitet viel Arbeit

Acht Gärtner und 15 Hilfen sorgen in den Parks und im Botanischen Garten dafür, dass die Gehwege frei von Blättern sind.

Elberfeld. Die ersten Blätter fallen von den Bäumen. „Das vermeintliche Herbstlaub ist jetzt der Trockenheit geschuldet“, erklärt Ulrich Schreckert, Gärtner des Botanischen Gartens und der Historischen Parkanlage auf der Hardt. „In den vergangenen Wochen war es viel zu trocken — da werfen die Pflanzen einen Teil ihrer Blätter ab, um die Verdunstungsfläche zu verkleinern“, fügt Frank Telöken, Leiter des Botanischen Gartens, hinzu. Die extremen Schwankungen zwischen sehr nassen und sehr trockenen Perioden haben die Pflanzen anfällig gemacht für Pilze und Schädlinge.

Damit sich unter dem Herbstlaub — insbesondere bei Regen — kein Schimmel bildet, müssen die Gärtner schnell alles entfernen. Acht Gärtner, davon ein Meister, und 15 Ein-Euro-Kräfte der Gesellschaft für Entsorgung (Gesa) kümmern sich um das 40 Hektar große Gelände sowie den Botanischen Garten. Wenn die Bäume ihre Blätter abwerfen, sind sie gut beschäftigt: „Ein ganzer Rundgang dauert fast eine Woche, wenn viel runterkommt“, erzählt Schreckert. Wobei die Intensität von Jahr zu Jahr unterschiedlich sei: Manchmal dauere es von Mitte Oktober bis Ende November, bis die Bäume alle Blätter abwerfen — in anderen Jahren sei in zwei Wochen alles kahl, „besonders bei Nachtfrösten“.

Für das Laub sind im Wesentlichen die Hilfskräfte zuständig. Mit dem Laubbläser und Fächerbesen türmen sie die Blätter zu großen Haufen. Diese werden dann per Radlader auf Kleinlaster geladen und zum Bismarckturm gefahren. Dort werden sie auf einer „Verrottfläche“ zu Kompost. „Viel Laub blasen wir aber auch in Buschgruppen oder Gehölze — das gibt neue Nährstoffe“, sagt Telöken. Früher haben die Gärtner-Scharen alles Laub per Fächer entfernt. Das geht heute aus Kostengründen nicht mehr: „Arbeitskräfte sind das teuerste“, erklärt Telöken. Mit dem Bläser schaffen seine Leute in gleicher Zeit deutlich mehr Fläche.

Wenn es jetzt im Herbst nass wird, sind die Hilfskräfte auch viel damit beschäftigt, die Wege wieder zu befestigen. Starker Regen spült den Split die Berge hinunter, der anschließend wieder ordentlich verteilt werden muss. Das Beseitigen von Müll und Zurückschneiden wuchernder Pflanzen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Ein-Euro-Kräfte. Im Botanischen Garten hingegen sind vor allem die Profis am Werk. Sie erkennen auch unter den 4000 dort ausgestellten Pflanzen das Wildkraut — der Begriff Unkraut ist bei Gärtnern verpönt.

Dort beginnen sie jetzt mit dem Kürzen der Stauden. „Erst einmal nehmen wir nur ein paar braune Blätter weg oder die Spitzen“, erklärt Schreckert. Das sei für die Pflanzen viel schonender als ein kompletter Rückschnitt. „Sonst ist die Pflanze im Winter ja nackt“, drückt Telöken es drastisch aus. Ein paar Blätter schützen sie vor Frost und sehen mit Raureif auch schön aus. „Wichtig ist, dass nichts fault.“ Auch zum Teilen von Stauden sei jetzt die richtige Zeit.

Ab 1. Oktober dürfen dann auch wieder Bäume geschnitten werden. Die Gärtner auf der Hardt erledigen diese Arbeiten aber meist erst im Januar oder Februar. „Dann sind die Pflanzen zur Ruhe gekommen“, sagt Schreckert. Wenn das Wetter im Herbst und Winter zu regnerisch für Gartenarbeit ist, wartet drinnen genügend Arbeit auf die Gärtner: Sie sieben Erde, stielen Besen ein, reparieren ihr Werkzeug oder streichen Stühle. Außerdem haben sie im Sommerhalbjahr jeden Tag eine halbe Überstunde aufgebaut, die bei schlechtem Wetter abgefeiert wird. So bleibt die Arbeit der Gärtner in jeder Jahreszeit abwechslungsreich.