Grüne in Wuppertal wollen vorhandene Bäume bei Neuplanungen besser schützen

Wuppertal: Grüne wollen Bäume bei Neuplanungen besser schützen

Fraktion stimmt der Umgestaltung des Von-der-Heydt-Platzes zu – will in Zukunft aber „Mehr Grün in der Stadt“.

. Die Bezirksvertretung Elberfeld hat sich mit großer Mehrheit für die Umgestaltung des Von-der-Heydt-Platz ausgesprochen – und damit auch für die Fällung von vier Baumhaseln. Deutlich wurde in der jüngsten Sitzung allerdings noch einmal, dass die Grünen zwar die Entscheidung mehrheitlich mittragen, aber alles andere als glücklich damit sind. Als Reaktion präsentierte die Fraktion deshalb einen eigenen Antrag: Überschrieben mit „Mehr Grün in der Stadt“ sollen dadurch Diskussionen wie rund um den Von-der-Heydt-Platz in Zukunft vermieden, Planungen besser gesteuert werden.

Dass um das eigentlich relativ kleine Areal in der Elberfelder Fußgängerzone in den letzten Wochen so ein Streit ausgebrochen war, lag auch daran, dass bereits bei der Planung des Wettbewerbes zur Neugestaltung den Architekten und Planern freigestellt worden war, ob sie die bestehenden Bäume ins neue Konzept integrieren oder nicht. Der Gewinnerentwurf, den übrigens auch Klaus Lüdemann (Grüne) als Jury-Mitglied vor längerer Zeit abgesegnet hatte, sah keine Möglichkeit, die eigentlich gesunden Baumhaseln stehen zu lassen. Stattdessen will die Stadt jetzt sechs Schnurbäume neu pflanzen.

Zukünftig, so heißt es im ersten Punkt des Antrages, soll die Verwaltung „im Zuge von Neugestaltung, Umbau oder Sanierungen von städtischen Flächen oder Plätzen frühzeitig den Erhalt vorhandener Bäume in die Planungen“ miteinbeziehen und bei Ausschreibungen und Wettbewerben festsetzen. „Für Ausnahmen ist ein Ratsbeschluss erforderlich“, fordern die Grünen.

Dass am Von-der-Heydt-Platz die Bäume nicht mehr zu retten seien, „ist bedauerlich“, so BV-Fraktionssprecherin Gerta Siller, die in der Sitzung auch gegen die Umgestaltung stimmte. Man wolle jetzt erreichen, dass die Verwaltung ihre Haltung ändere. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel in Wettbewerben oft Ursprungspläne vorgelegt würden, „die schon gar keine Bäume mehr enthalten“, so Siller, die an den Carnapsplatz erinnerte.

Ähnliche Konflikte sollen künftig ausgeschlossen werden

Für dieses Areal neben der Hermann-von-Helmholtz-Realschule sollten die Schüler ihre Ideen einbringen. Dass auf die dort stehenden Bäume eigentlich Rücksicht genommen werden müsste, teilte die Stadt, so der Vorwurf der BV damals, den Schülern gar nicht mit. Am Ende gab es viele Diskussionen – die Stadtteilpolitiker setzten sich durch, der Großteil der Bäume blieb stehen. Dass es überhaupt zu solchen Konflikten kommt, wollen die Grünen jetzt ausschließen, etwa mit Hinblick auf den Platz am Kolk, der ebenfalls umgestaltet werden wird.

Über „Mehr Grün in der Stadt“ soll – wenn es nach den Grünen geht – der Rat in seiner Sitzung am 17. Dezember diskutieren, auch, weil es ja ein stadtweites Thema ist, wie Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) bemerkte. Anregungen hatten aber bereits die Lokalpolitiker, die, so klang es durch, sich grundsätzlich mit dem Antrag anfreunden konnten. Thomas Kring (SPD) warnte allerdings davor, sich durch eine zu straffe Formulierung zu enge Grenzen zu setzen. Ähnlich argumentierte Joachim Knorr (CDU). Der Erhalt bzw. die Integration von bestehenden Bäumen solle „intensiv geprüft, aber nicht zur Maßgabe gemacht werden“.

Dass es jetzt grünes Licht für den Von-der Heydt-Platz gibt, sieht Matthias Zenker von der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt (IG 1) positiv. Es sei ein langer Planungsprozess gewesen. „Das lief gut, das Konzept ist stimmig.“ Dass es nun noch einmal solche Diskussionen gegeben habe, könne er nicht nachvollziehen. Schritt für Schritt müsse man nun weiter planen. Als nächstes stünden Wall und Neumarkt an.

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