Großer Besucheransturm beim Kinderfest im Zoo

Großer Besucheransturm beim Kinderfest im Zoo

Die Familien wurden wegen des Andrangs schon früher hineingelassen. Neu dabei: Schloss Burg.

Zoo. Mütter und Väter mit hochrotem Kopf ziehen ihre Kinder im Bollerwagen das steile Zoogelände hoch. Hier ist klar, wer den Ton angibt. Beim Kinderfest im Zoo am Freitag drehte sich alles um die jungen Besucher mit selbstgebastelten Panda-Mützen oder den frisch aufgemalten Löwengesichtern. Angesichts des sommerlichen Wetters bildeten sich schon vor 15 Uhr große Menschenschlangen am Eingang, so dass die ersten Familien schon vor dem offiziellen Start hineingelassen wurden — Kinder umsonst, Eltern zum Kinderpreis. „Wenn der Andrang so bleibt, werden wir die 5000-Besucher-Marke knacken“, sagte Andreas Haeser-Kalthoff, Geschäftsführer des Zoovereins.

Max lässt sich von Polizistin Anja Caspers den Streifenwagen vorführen. Foto: Fischer, Andreas (f22)

Da dieses Mal an 24 Ständen gebastelt, gerätselt und gestaunt werden durfte, zog sich das 17. Kinderfest, das wieder in Kooperation mit der WZ veranstaltet wurde, bis zu lurden Pinguinen. Neu dabei war dieses Mal Schloss Burg, das unter seinem Zeltstand die Blicke der Kinder mit allerhand Ritter-Utensilien auf sich zogen. Wissbegierig zupften kleine Hände am Kettenhemd, das mit rund zehn Kilo unerwartet schwer ist, und warfen einen neugierigen Blick in die Ganzkörper-Ritterrüstung. Überrascht stellten Kinder fest, die den Helm aufziehen, wie eingeschränkt sie plötzlich waren. „Die Ritter konnten damit nur geradeaus schauen“, erklärte Tobias Millard von Schloss Burg. Bei einem Malwettbewerb konnten die jungen Künstler eine exklusive Führung gewinnen.

Am WZ-Stand konnten Enten geangelt werden. Foto: Fischer, Andreas (f22)

Kinder krabbeln zusamme in einen echten Polizeiwagen

Mindestens so spannend wie Schwert und Schild fanden die Kinder die originalen Polizeiwagen, die auf dem Gelände geparkt waren. Torben (5) und Finja (3) konnten es gar nicht erwarten, gleichzeitig über die Beifahrertür ins Auto zu krabbeln und sich von Mutter Sonja Buchner fotografieren zu lassen. „Ich glaube, das Polizeiauto fanden die Kinder bislang am besten, das hat sie direkt angezogen“, sagte Buchner. Torben erinnerte sich noch mit Freuden ans Zoofest vor einem Jahr und verkündete stolz: „Da war ich der letzte, der aufs Trampolin durfte.“

Zu tun gab es mehr, als an einem Nachmittag zu schaffen war: Enten-Angeln bei der WZ, Kinderschminken mit dem Zoo, die Teddy-Ambulanz beim Helios-Stand oder die diversen Mitmachaktionen der Junior-Uni. Gleichzeitig vergaßen die Kinder auch nicht die eigentlichen Stars des Zoos. Bei den Seelöwen etwa war kaum noch ein Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Vielleicht auch, weil die Tauchgänge der Säugetiere bei den hohen Temperaturen so erfrischend anmuteten.

Vor allem lehrreich waren die Stände des Neanderthal Museums, an dem die Kinder verfolgen konnten, wie Feuersteine funktionieren, und der Zooschule, wo dieses Mal alles unter dem Motto Regenwald lief. „In unserem Regenwald-Zelt dürften echte tropische Temperaturen herrschen“, scherzte Nina Bartsch am Stand. Eine echte Schlangenhaut faszinierte viele Kinder, die vorsichtig die schuppige Oberfläche streichelten. „Viele glauben uns nicht, dass die echt ist“, berichtete Bartsch.

Eigentlich endete das Fest um 18 Uhr — doch viele Kinder weigern sich erfahrungsgemäß, pünktlich nach Hause zu gehen. „Manchmal habe ich noch um 19.30 Uhr Kinder im Zoo gefunden“, berichtet Organisatorin Kirsten Barth. Die Jungen und Mädchen würden bei dem großen Angebot die Zeit halt völlig vergessen.

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