Große Nachfrage nach Zwar-Netzwerk

Laurentisuplatz: Zur Infoveranstaltung kamen 100 Besucher.

Elberfeld. Rund 100 Besucher waren der Einladung zur Netzwerkgründung der neuen ZWAR-Gruppe „Laurentiusplatz“ gefolgt. Sie gehören zur Gruppe der über 55-jährigen in der Phase Zwischen Arbeit und Ruhestand, denen das ZWAR-Netzwerk in Vorbereitung auf das Ende der aktiven Berufs- und Familienphase Gelegenheit zum Treffen mit Gleichgesinnten und zur individuellen Gestaltung ihrer Freizeit bietet.

Für den ökumenisch besetzten kirchlichen Trägerverbund steht der Gedanke des menschlichen Miteinanders und Füreinanders für die Gesellschaft im Vordergrund. Er stellt außerdem Personal und Räume zur Verfügung. Diese Form der selbstorganisierten Interessenverwirklichung existiert NRW-weit in gut 60 Kommunen — in Wuppertal gibt es nun neun Gruppen.

Ob der Einsatz für persönliche Interessen, soziales Engagement oder andere Belange, die Füllung und Umsetzung obliegt den Teilnehmern. Unterschiedlich waren die Beweggründe der Besucher zur Veranstaltung zu kommen. Gefragt nach Veränderungen und Erwartungen im Ruhestand gab es viele ehrliche Antworten. Angst vor dem Ruhestand, Depression und Orientierungslosigkeit wurden genannt, der Wunsch die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Daneben gab es konkrete Vorstellungen. Das Weiterarbeiten in Teilzeit, ein Seniorenstudium oder neue Kontakte zu gewinnen. „Genau dazu ist ZWAR da“ erklärte Christa Neumann, Pastoralreferentin an St. Laurentius. Sie begleitet die Gruppe im kommenden Jahr, zusammen mit Barbara Thierhoff von der ZWAR-Zentralstelle NRW. „Wir sind kein Verein und geben nur Starthilfe“, ist Thierhoff wichtig.

Die Gruppen leben von den Ideen und Vorstellungen der Akteure. Davon gab es am Gründungsabend schon eine Fülle. Von gemeinsamen Städtetouren bis zum Musizieren, vom Basteln bis zum Besuch von Theater und Museen gingen die Vorschläge. Sozialdezernent Stefan Kühn sieht als Schirmherr die Netzwerke als „Erfolgskonzept und wichtigen Baustein der deutlich zur sozialen Belebung und Vernetzung der Stadtteile beiträgt.“

Offen sind die überparteilichen und konfessionell ungebundenen ZWAR-Gruppen für alle Interessierten, die ihre Freizeit eigen- und mitverantwortlich gestalten wollen.

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