Graffiti-Künstler Martin Heuwold verschönert Wuppertaler Fassaden

Fassadenprogramm : Heuwold „begrünt“ die Gathe

Graffiti: An der Hausnummer 40 gibt es bald den „Blick in den Wald“.

. „Die Fassade war mal fällig“, sagt Lutz Urbach, Eigentümer des Hauses Gathe 40, und schmunzelt. Doch es sollte keine einfache Sanierung werden. Urbach wollte einen Hingucker: Aktuell wird der Bau „begrünt“. Künstler Martin Heuwold arbeitet am „Blick in den Wald“, wie er sein Werk nennt, das in der kommenden Woche fertig werden soll. Gefördert wird das Projekt durch das Hof- und Fassadenprogramm der Stadt.

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Gathe befindet sich schon lange im Besitz der Familie, wie Urbach erklärt. An der Fassade vielleicht Werbebanner oder ähnliches anzubringen, sei kein Thema gewesen, betont er. Er mag das Quartier, und von dem Kunstwerk hätten alle etwas. „Ich sehe die vielen Bemühungen, dass sich hier etwas tut“, sagt Urbach und nennt die Alte Feuerwache als „Dreh- und Angelpunkt“. Über einen Bekannten habe er von dem Förderprogramm erfahren und sich beworben. Das Geld stamme aus einem öffentlichen Topf, so könne man was zurückgeben. „Ich hoffe, dass vielleicht andere Eigentümer auf der Gathe nachziehen“, sagt Urbach.

Martin Heuwold, selbst Fan der Gathe und des Quartiers, freut sich jedenfalls über seinen Auftrag. „Keine Fenster, keine Werbung: Das ist eine wunderbare Fläche für mich.“

„Das Hof- und Fassadenprogramm war in Oberbarmen und Wichlinghausen gestartet“, erklärt Sven Macdonald, Geschäftsführer der Wuppertaler Quartierentwicklungs GmbH. Mittlerweile wurde es auf Heckinghausen, die Barmer Innenstadt und das Mirker Quartier ausgeweitet. Letzteres umfasst auch den westlichen Teil der Gathe, weshalb auch Urbach profitieren konnte. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Hof oder die Fassade für die Allgemeinheit sichtbar sind, erklärt Macdonald, der sich freut, dass es an der Gathe auch eine künstlerische Arbeit gibt. 40 Prozent der Ausgaben können gefördert werden, erklärt er, wobei der Betrag auf 24 Euro pro Quadratmeter gedeckelt ist. Mit der Resonanz ist man bei der Quartierentwicklungs GmbH zufrieden. Es gebe auch den Effekt, dass andere Eigentümer schon nachziehen, hat Macdonald beobachtet. „Es passiert was, es gibt einen mentalen Druck.“ Er hoffe, dass das Programm noch bekannter werde. Während es zum Beispiel für Heckinghausen viele Nachfragen gegeben habe, müsse es sich in Barmen noch herumsprechen.

Mehr Informationen zum Hof- und Fassadenprogramm der Stadt Wuppertal gibt es im Internet. Red

Mehr von Westdeutsche Zeitung