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Gaunerei im Trödelmarkt — eine Romanze fürs Zwerchfell

Gaunerei im Trödelmarkt — eine Romanze fürs Zwerchfell

Das Elterntheater „Himmel und Erde“ begeistert das Publikum.

Uellendahl. Nicht in allem ist das drin, was draufsteht, so auch bei der „amerikanischen Romanze Gaunerei im Trödelladen“, die am Freitag Premiere im Berufskolleg Kohlstraße hatte. Amerikanisch ja, Romanze eher peripher. Denn was das Elterntheater „Himmel und Erde“ der Grundschule Birkenhöhe auf die Bühne brachte, zielte weniger aufs Herz als aufs Zwerchfell ab.

Lotte Krämer (Gisela Böhle-Schulz) und Lene Förster (Erika Schaller) betreiben ein Ladenlokal voll altem Plunder, um den sich die Kunden nicht gerade reißen. Konrad (Rüdiger Moos) und Flor-entine Krämer (Monika Vollmer) führen eine Ehe, in der sich einer nicht um den anderen reißt. David Auge (Thomas Behle) dagegen würde sich ein Bein ausreißen, um die ausnehmend hübsche Stella Krämer (Julia Kolat) unter die Bettdecke zu kriegen. In dieses Gewurschtel platzt ein Gaunerduo (Stephan Kannengießer, Tanja Pupeter), das den Kramladen mal eben auf Links dreht und damit die Karten neu mischt.

Die Zweierbeziehungen mit Hang zum Chaos besitzen das Zeug zu bester Unterhaltung. Mehr, sagt Leiterin Erika Schaller, wolle das Elterntheater gar nicht. Diesen bewussten Bogen um die ganz hohen künstlerischen Ziele schlägt die Truppe seit nunmehr 27 Jahren und leistet darin solide Arbeit. So findet sich der Zuschauer schnell in die Turbulenzen des Trödelladens vertieft, sehr zufrieden damit, dass der Kopf nicht überlastet wird.

Bei allem Understatement von Leiterin Schaller bleibt anzumerken, dass die Rollen sauber besetzt sind. Rüdiger Moos etwa spielt den etwas verpeilten und von Frauen gebeutelten Geschäftsführer überhöht und doch wie direkt aus dem Leben gegriffen.

Fast schon Tradition ist für Carsten Boss der Part als deutlich rosa gefärbter Beinahe-Mann, der kein Hehl aus seiner schwulen Polung macht. Seine Rolle wäre für den Plot verzichtbar, wärmt aber die „Gaunerei im Trödelladen“ unter der Regie von Klaus Schaller charmant auf.