Eskalation am Ölberg: Haus besetzt, Polizeiautos demoliert

Eskalation am Ölberg: Haus besetzt, Polizeiautos demoliert

Nordstadt. Krawall am gestrigen Abend auf dem Ölberg. Mehrere Personen der linken Szene sind gegen 22 Uhr in ein leerstehendes Mehrfamilienhaus an der Marienstraße eingestiegen und haben an der Fassade Pakate aufgehängt.

Die Botschaft unter anderem: "AZ bleibt auf der Gathe".

Die Polizei nahm wenig später in dem Haus sieben Personen in Gewahrsam. Auf dem angrenzenden Otto-Boehne-Platz bildete sich derweil eine Spontanversammlung. Die Polizei spricht von etwa 50 Demonstranten, die von einem Stadtteilfest herüber gekommen sein sollen. Die Gruppe war laut, aber friedlich. Allerdings sorgten Unbekannte in den Nebenstraßen für Ärger: An Wülfrather Straße, Gertrudenstraße und Sattlerstraße zündeten sie Altpapiercontainer an und sorgten damit für Feuerwehreinsätze. Außerdem demolierten sie vier Polizeifahrzeuge, indem sie Reifen zerstachen, gegen Türen traten und Scheibenwischer abbrachen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, auch überörtliche Einsatzkräfte wurden nach WZ-Informationen hinzugezogen. Die betroffenen Straßen wurden während des etwa dreistündigen Einsatzes komplett abgeriegelt. Beobachter sprachen von hunderten Einsatzkräften - so viele seien es aber nicht gewesen, hieß es bei der Polizei am Sonntag. Genauere Angaben wolle man aber aus einsatztaktischen Gründen nicht machen.

Die festgehaltenen Hausbesetzer wurden noch in der Nacht wieder freigelassen. Die Polizei sichert seitdem mit ihren Einsatzkräften allerdings das Gebäude in der Marienstraße. Die Kriminalpolizei wird die Ermittlung gegen die unbekannten Radalierer und die Hausbesetzer aufnehmen. Ihnen drohen unter anderem Strafen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. esk

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