1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Stadtteile
  4. Elberfeld

Erstes Uellendahler Stadtteilfest seit neun Jahren

Erstes Uellendahler Stadtteilfest seit neun Jahren

Der Bürgerverein rief zur Schlagerparty. Und die Uellendahler feierten und tanzten ausgelassen.

Uellendahl. Mit Blaulicht und Martinshorn kommt ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Uellendahl und unterbricht die bunte Schlagerparty des Bürgervereins. Beim ersten Uellendahler Stadtteilfest seit neun Jahren geben die Ehrenamtler dem neugierigen Publikum eine Vorführung: Sie wollen zeigen, wie man einen Verletzten aus einem verbeulten Renault Twingo herausschneidet.

Diana Faßbender (50) istganz schön aufgeregt: „Ja, meine Tochter ist das Versuchskaninchen und spielt die Verunglückte.“ 1995 zog diana Faßbender vom Niederrhein nach Wuppertal und lebt nun am Uellendahl. „Wir fühlen uns hier schon wohl, aber es ist eben immer noch eine Großstadt — hier lebt man relativ anonym.“

Ganz anders sieht das Tanja Hofviele (41) vom Röttgen: „Solche Feste sollten viel öfter stattfinden, denn eigentlich kennt man fast jeden hier, und so kommen alle zusammen.“

Nach dem ersten Bierchen wird dann ausgelassen zu den Hits der 60er- und 70er-Jahre getanzt. Es spielt die Band Udo Hoppe. Währenddessen toben sich die Kinder auf einem kleinen Karussel, beim Torwandschießen des TSV Union Wuppertal, beim Kinderschminken durch die Toys Company oder beim Kegeln aus.

„Der Hintergrund dieses Festes ist es, das Wir-Gefühl in unseren Stadtteil zurückzuholen. Genau das brauchen wir auch für unsere kommenden Projekte“, sagt Karl-Eberhard Wilhelm, Vorsitzender des Bürgervereins.

Derzeit kämpfe der Bürgerverein noch gegen den Abriss des Belvedere-Turms an der Villa Seyd an der Kohlstraße — der Turm gehöre zum Uellendahl. Deshalb stünde man im ständigen Kontakt mit der Stadt, um mögliche Alternativen für die Nutzung des sanierungsbedürftigen Turmes zu finden (die WZ berichtete).

„Im September geht es am Mirker Hain endlich weiter. Wir werden die Staustufen im historischen Sinn rekonstruieren und die Rückstauteiche wieder herstellen.“, Seit Mitte 2013 arbeite die „Parkhilfe Mirker Hain“ des Bürgervereins mit rund 30 ehrenamtlichen Helfern. Karl-Eberhard Wilhelm: „Das Fest ist auch ein ganz großes Dankeschön an alle, die uns mit ihrer Zeit und Arbeitskraft helfen, diese Idylle am Mirker Hain aufrechtzuerhalten.“

Inzwischen ist die Feuerwehr beim Twingo zur Tat geschritten: Glasscheiben splittern, Scharniere knacken, Türen werden ausgehebelt, das Dach mit einem Kombispreizer abgeschnitten — der Twingo wird zu einem Cabrio.