Eltern sind wegen Arrenberger Straße besorgt

Eltern sind wegen Arrenberger Straße besorgt

Kitakinder seien nicht genug vor dem Verkehr geschützt. Investor muss Arbeiten nachholen.

Arrenberg. Eigentlich sollte der Tagesordnungspunkt 2 bei der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Elberfeld-West schnell durchgewunken werden. Immerhin ging es nur um eine Kenntnisnahme. Der Titel lautete „Einrichtung einer Spielstraße im Bereich Jugendtreff/Kindertagesstätte/Sportplatz im Quartier Arrenberg (Arrenberger Straße und Königshöher Weg)“. Die Stadt lehnt das ab, weil zu viele Autos dort langfahren — 2300 bis 2350 am Tag — und es sich um eine Tempo-30-Zone handelt.

Bei der Gelegenheit hatte sich aber Markus Magaschütz zu Wort gemeldet. Er ist Mitglied im Elternbeirat der Kita Arrenberger Straße — und hält die Kinder dort durch die Verkehrssituation für gefährdet. Die Eltern wollen, dass vor der Kita der Bordstein angehoben und ein Durchlaufschutz angebracht wird. Das fordern sie seit dem Bezug der Kita im September 2016.

Bezirksbürgermeisterin Ingelore Ockel (CDU) sagt, es habe in der Sitzung eine lange Diskussion darum gegeben, auch wenn der Beitrag von Magaschütz nicht direkt mit der Vorlage zusammenhing. Sie sei auf der Seite von Magaschütz und Elternbeirat. „Ich kann sie verstehen“, sagt sie. Die Stadt sei da zu langsam, die Straße nicht sicher für die Kinder. Deswegen wollte sie sich auch sofort an die Stadt wenden.

Die sagt auf WZ-Nachfrage, dass sowohl Bordsteinerhöhung als auch Bügel in der Ausschreibung für die Kita vorgesehen waren. Die Kita wurde von einem privaten Investor gebaut und wird nur von der Stadt gemietet. Ulrike Kusak vom Presseamt, versichert, dass die Stadt mit dem Investor in Kontakt stehe und daran arbeite, die vorgesehenen Arbeiten umsetzen zu lassen.

Jetzt sollen Poller vor der Kita aufgebaut werden, damit dort keine Autos parken könne, sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Dann soll entweder der Investor tätig werden oder die Stadt tritt in Vorleistung und hebt den Bordstein selbst an.

Um den Druck zu erhöhen, hat Magaschütz am Montag mit anderen Eltern einen Kranz vor der Kita niedergelegt und Grabkerzen aufgestellt — ein symbolischer Akt, der an auf die Gefahr hinweisen soll, dass Kinder überfahren werden könnten. „Ein tragischer Verkehrsunfall mit Kita-Kindern und Autos ist vorhersehbar“, warnt Magaschütz. Für diese Aktion hatte es auch starke Kritik gegeben: Es habe die Kitakinder verstört, wurde der WZ gesagt.

Die Bezirksvertreter haben unterdessen die Behandlung des Themas Spielstraße vertagt und um einen Ortstermin gebeten. Damit könnte auch der bisherige Beschluss der Verwaltung überdacht werden.

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