Einschulung: Leander war um 5 Uhr wach

Einschulung: Leander war um 5 Uhr wach

Der Sechsjährige hatte gestern seinen ersten Schultag — und war so aufgeregt wie noch nie.

Dönberg. Stolz tragen die i-Dötzchen ihre Schultüten vor sich her. Raffinierte und aufwendige Exemplare sind es — mal mit prinzessinnen-rosa Tüll, mal mit echten Lämpchen bestückt, mal als Haifisch mit Flossen und Zähnen. Die Kinder tragen ihre schönsten Kleider, Großeltern freuen sich, die Eltern schauen gleichzeitig erwartungsvoll und ein klein wenig bange auf diesen wichtigen Schritt ihrer Kinder.

Die i-Dötzchen werden in der städtischen Grundschule Dönberg herzlich begrüßt: Die Viertklässler singen „Einfach Klasse, dass du da bist“ und jeder neue Schüler darf ein rotes Herz mit seinem wichtigsten Wunsch an die Schule in eine Schultüte werfen. „Und solltet Ihr mal Sorgen haben, könnt Ihr zu allen Lehrerinnen gehen“, ermutigt Schulleiterin Margret Gehrking die Neuankömmlinge. Gleichzeitig ermahnt sie aber auch die Eltern — dass sie auf dem Parkplatz vorsichtig fahren und dass sie keine Fotos anderer Kinder ins Internet stellen.

Leander zählte schon seit vielen Tagen die Nächte bis zur Einschulung. Der Sechsjährige ging am Abend vorher sogar freiwillig ins Bett und stand dann morgens um 5 Uhr im Schlafzimmer seiner Eltern. „So aufgeregt habe ich ihn noch nie gesehen, nicht mal am Geburtstag“, sagt seine Mutter Susanne La Porte mit einem Schmunzeln.

Die Schultüte für Leander hat ihre erwachsene Tochter gebastelt — mit einem feuerspeienden Drachen. „Ganz schön schwer“, findet Leander und würde sie am liebsten sofort auspacken. Doch erst einmal bleibt es ein Geheimnis, dass sich darin neben Süßigkeiten eine CD, ein Kartenspiel und Wachsmalstifte befinden.

Die drei großen Kinder von Susanne La Porte waren auch schon in der Dönberger Grundschule. „Hier sind die Schüler in guten Händen“, sagt die Mutter. In den vergangenen Wochen hat sie mit Leander schon fleißig die 800 Meter Schulweg geübt. Auch der Schreibtisch steht im Kinderzimmer bereit. Eine kleine Hausaufgabe bekommen die Kinder schon am ersten Schultag. Denn das gehört ja schließlich zur Schule dazu.

Eine Schulstunde verbringt Leander mit seiner Lehrerin Maria Rieser. Die Kinder stellen sich gegenseitig vor und bewundern ihre Schultüten. „Die Lehrerin ist nett“, findet Leander. Die Eltern trinken währenddessen im benachbarten Sportlerheim gemütlich Kaffee. Familie La Porte feiert später erst im kleinen Kreis und dann am Nachmittag mit der ganzen Familie eine Grillparty. Eines hat Leander dabei schon im Blick: „Morgen muss ich früh aufstehen!“

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