Ein Wuppertaler pflegt den deutschen Friedhof auf Sansibar

Ein Wuppertaler pflegt den deutschen Friedhof auf Sansibar

Der Ex-Honorarkonsul kümmert sich um ein Stück deutscher Geschichte in Afrika.

Elberfeld/Sansibar. „Unter Palmen, Mangobäumen schlummern Tote noch aus dem Kaiserreich.“ Erich Meffert, gebürtiger Wuppertaler und ehemaliger Deutscher Honorarkonsul auf Sansibar, widmet so manche Zeile einem Friedhof in der Fremde, an dem sein Herz hängt. Seit 1981 hatte die Bundesregierung einen Zuschuss von zuletzt 200 Euro jährlich für die Pflege dieses Friedhofs gezahlt. 2010 teilte das Auswärtige Amt mit, dass der Betrag aus Einsparungsgründen nicht mehr überwiesen werden könne. Eine Eingabe beim Bundespräsidenten endete mit dem Hinweis, Christian Wulff müsse die geplante Reise nach Tansania wegen seines Rücktritts absagen.

Der Friedhof, um den sich offizielle Stellen nicht recht kümmern mögen, ist ohne Frage ein bedeutendes Relikt deutsch-afrikanischer Beziehungen. Er verdankt seine Existenz der Tatsache, dass sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts Deutsche im Sultanat Sansibar niedergelassen hatten, unter ihnen der Arzt Gustav Adolf Fischer aus Barmen.

Als in den 1880er Jahren mit der politischen Übernahme der Insel durch das Kaiserreich gerechnet wurde, schmiedete die lutherische Mission Pläne zur Errichtung eines deutschen Krankenhauses auf Sansibar. 1888 wurde der Friedhof für deutsche Kaufleute und Matrosen angelegt, doch weitere Pläne verliefen im Sande, nachdem Sansibar 1890 britisches Protektorat geworden war. 1914 fanden die letzten Beisetzungen statt.

Dieser Hintergrund allein wäre spannend genug, um den Friedhof als Denkmal zu erhalten. Meffert, der die meiste Zeit des Jahres auf Sansibar verbringt und sich nur wenige Monate in Wuppertal aufhält, begann mit einer Kampagne für den Friedhof und warb für die Gründung der Zamoc, die sich um vernachlässigte Denkmäler kümmert.

Aller Einsatz kann aber nur eine Grundsicherung leisten, während schätzungsweise 30 000 Euro erforderlich sind, um eine umfassende Sanierung durchführen zu können. Die 25 Grabsteine, die sich auf 60 Grabstellen erhalten haben, seien aus Granit und würden durchaus was aushalten, sagt Meffert. Kein Schutz bestehe indessen gegen Vandalismus. Deshalb sei auch ein Wachdienst erforderlich.

Mefferts Hoffnung besteht darin, dass sich Spender finden, um langfristig den Unterhalt zu sichern. Eventuell könne man auf einem Teil des Grundstücks eine Gärtnerei einrichten und so Einnahmen erzielen. Wenn der Friedhof in einen ansprechenden Zustand versetzt werden könne, sei es durchaus möglich, ihn in eine Stadtrundfahrt für Touristen einzubeziehen.

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