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Ein Viertel im Aufbruch: Der Arrenberg blickt nach vorn

Ein Viertel im Aufbruch: Der Arrenberg blickt nach vorn

Die ehemalige Hauptschule wird zum Zentrum — das Café Simons ist der nächste Schritt.

Arrenberg. Arrenberg? Früher hätten Leute bei dem Namen die Nase gerümpft. Vom Problemviertel war die Rede, von einer schwierigen Klientel. „Die Arrenberger sind ghettoisiert worden“, erinnert sich Stephan Frischemeier. Mittlerweile kann der Investor darüber fast lächeln. „Aufbruch am Arrenberg“ — der Name des Vereins, bei dem Frischemeier im Vorstand sitzt, ist Programm. Der Stadtteil feilt an seinem Image.

„Die Leute identifizieren sich wieder mit dem Arrenberg, das merkt man“, sagt auch Lorenz Bahr, zwar kein „Einheimischer“ wie Frischemeier, aber längst Fan geworden. Sein Verein Behindert — na und? unterhält seit Anfang des Jahres ein Förderzentrum in der ehemaligen Hauptschule. Die hat Frischemeier, einst selbst Schüler an der Simonsstraße, 2009 gekauft und sieht in seiner ehemaligen „Penne“ ein Leuchtturmprojekt für den Stadtteil. „Hier soll ein Treffpunkt für alle Arrenberger entstehen.“ Das Cafe Simons, das am Donnerstagabend eröffnete, ist dabei der nächste Schritt. In naher Zukunft ist dann der 600 Quadratmeter große Funktionsbau dran. Was genau dort passieren wird, will Frischemeier allerdings noch nicht verraten. „Aber es tut sich etwas.“

Hergerichtet wird auch das Außengelände. Eine Stiftung stellt Geld zur Verfügung. „Hier kommen unter anderem ein Karussell und eine Korbschaukel hin“, kündigt Bahr an. Außerdem wird dort die Skulptur des Künstlers Hans-Jürgen Hiby, die bisher am Gutenbergplatz stand und dort des öfteren Opfer von Vandalismus wurde, eine neue Heimat finden.

„Das hat hier schon Kiez-Charakter“, findet Frischemeier und spricht von einer Dynamik im Stadtteil. „Es gibt keinen am Arrenberg, der sagt, dass etwas nicht geht.“ Wenn es neue Ideen gebe, versuche man, die umzusetzen.

Der 45-Jährige räumt ein, dass sich jahrelang wenig getan habe. Durch Privatinitiativen wie „Aufbruch am Arrenberg“ habe sich das geändert — obgleich die Zusammensetzung des Vereins höchst unterschiedlich sei. „Jetzt zieht auch die Stadt mit“, freut sich Frischemeier. „Wir wollen schauen, dass in Zukunft mehr Leute von außerhalb kommen.“ Und einen Wunsch hat er noch ganz persönlich: „Langfristig braucht der Arrenberg wieder einen Fußballverein.“ Gespräche dazu laufen bereits.