Ein sprachlicher Wirbelwind fegt als Überraschungsgast durch das Spunk

Ein sprachlicher Wirbelwind fegt als Überraschungsgast durch das Spunk

Piet Klocke warfen am Samstag bei der Lesereihe „Wortwache“ mit Texten aus seinen Büchern um sich. Auch andere Autoren aus der Region brachten das Publikum zum Lachen.

Ostersbaum. Rappelvoll war es am Samstagabend im Spunk, zur ersten Veranstaltung der Lesereihe „Wortwache“ im neuen Jahr, eröffnet wie immer von Initiator Jörg Degenkolb-Degerli. Herr Doppel D, wie er scherzhaft genannt wurde, hatte sich wieder Verstärkung eingeladen und begrüßte Schreibkollegen aus der Region.

Sabine Bode aus Bochum präsentierte ihren Text „Eine wahre Geschichte über meine Mutter“ und schilderte, mehr oder weniger humorvoll, Erlebnisse mit Mama als Beifahrerin. „Mental noch kaum gefordert“ erklärte sie Speed-Yoga. „Man lässt das ,m’ beim Om einfach weg“. Degenkolb-Degerli hat einen neuen Verlag gefunden, den renommierten Facebook-Verlag. „Der veröffentlichte einfach alles“ und rezitierte zum Beweis einen Hochzeitstext, der von unten nach oben gelesen, einen konträren Sinn zum ursprünglichen von oben nach unten gelesenen ergibt.

Köstlich seine Persiflage „Oma Brausenthaler beim Bäcker“, in der er sich mit den philosophischen Gedanken der Bäckereifachverkäuferin zum Leben an sich beschäftigt. „Leben ist, wenn der Tod Urlaub macht“, so einfach kann es sein. Klasse auch die Texte von dem Cartoonisten und Autor Andre Poloczek. Der Wuppertaler nahm die Zuhörer mit in das Museum für Frühindustrialisierung nach Barmen. In seinem Text „Weltweites Gewebe“ erklärte er einer Grundschulklasse einen Webstuhl, indem er ihn mit einem Computer mit einem hölzernen Server verglich.

Musikalisch unterhielt Christian Surrey dessen einfühlsame und auch lustige Poesie irgendwo zwischen Dichtung und Gesang liegt. Hauptakteur des Abends war jedoch Überraschungsgast Piet Klocke. Der Sprachakrobat aus Essen warf mit Texten aus seinen Büchern um sich, überzeugte aber ebenso mit Stehgreifreimen über seine Fahrt vom Bahnhof ins Spunk. „Ich schwör bei meinem Muttermal, ich bin jetzt in. . .“ Wer gedanklich Düsseldorf einsetzte hatte es nicht verstanden.

„Kann ich hier mal eine Sache zu Ende?!“ heißt dann passenderweise auch sein neues Buch, aus welchem er einfache Beispiele wiedergibt, „ Dann versteh ich sie auch selber“. So sind bei ihm Bio-Piraten Kriminelle, die sich gesund ernähren. Diese Wortspielereien schoss er ohne Punkt und Komma ins Publikum. Ein sprachlicher Wirbelwind, der mit einer humoristischen Betrachtung einer einzelnen Zelle die Evolution erklären kann.