„Ein neuer erfolgreicher Tag“ steht ab sofort am Kasino-Kreisel

„Ein neuer erfolgreicher Tag“ steht ab sofort am Kasino-Kreisel

Die Kunst-Stiftung der Sparda-Bank schenkt der Stadt eine Skulptur – die Reaktionen der Wuppertaler sind gemischt.

Elberfeld. Seit Montag wundern sich Passanten am Kasino-Kreisel in Elberfeld: ein neues Denkmal? Ein Kunstwerk, das den Platz ansehnlicher machen soll? Was verbirgt sich unter den schwarzen Mülltüten, die unschön verhüllen, was eigentlich zur Verschönerung beitragen soll? Gestern wurde das Geheimnis um die neue Skulptur an der Herzogstraße gelüftet: "Ein neuer erfolgreicher Tag" heißt die Skulptur des belgischen Künstlers Guillaume Bijl - ein Blickfang auf dem "Schwarzer Fleck" genannten Platz.

Das eigentliche Kunstwerk besteht aus zwei bemalten Bronzeteilen, die eine lange Reise hinter sich haben. Verankert sind die "Aktentasche" und der "Mann im Handstand" auf einem etwa 1,5Meter hohen Podest aus belgischem Blaugranit. Alles zusammen wurde in Belgien, dem Heimatland des Künstlers, gefertigt und per Laster nach Wuppertal verfrachtet. Mit Hilfe der Feuerwehr und unter Aufsicht des Küstlers wurde die, ohne Podest schon 220 Kilo schwere, Skulptur am Montagabend an der Herzogstraße installiert.

Gestern Mittag folgte dann vor rund 150 Zuschauern und zu Musik von "Sven West und Band" die feierliche Enthüllung. Einen Großteil des Publikums machten dabei Angestellte der Sparda-Bank aus. Kein Wunder, schließlich ist das Kunstwerk ein Geschenk der Stiftung "Kunst, Kultur und Soziales" der Bank. Bereits zum dritten mal hatte die Stiftung den "Sparda-Kunstpreis NRW" im Wert von 100000Euro ausgeschrieben. Nachdem in den vergangen beiden Jahren zunächst Künstler für Werke in Düsseldorf und Dortmund den Preis erhielten, geht er in diesem Jahr an den Belgier, der mit dem Geld Wuppertal verschönern wollte. "Auch weil die Wuppertaler Sparda-Bank in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum feiert", erklärte der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Berthold Reinartz, die Wahl.

Die Reaktionen der Wuppertaler auf das Geschenk der Sparda-Bank waren gestern gemischt. "Ich bin zufällig hier vorbeigekommen und dachte, da macht wirklich jemand einen Handstand. Mir gefällt die Skulptur sehr gut", zeigte sich Rita Löffler begeistert. Mit gemischten Gefühlen betrachtete Elisabeth Grothoff das neue Kunstwerk am "Schwarzen Fleck": "Eigentlich gehört hier wieder ein Kreisverkehr hin und das Kunstwerk in die Mitte."

Dass der Platz durch "Ein neuer erfolgreicher Tag" verschönert wird, findet sie aber dennoch. Sorgen macht sie sich allerdings um die Haltbarkeit der Installation: "Hoffentlich ist morgen nicht die Krawatte abgebrochen und das weiße Hemd verschmiert." Insgesamt kam der Blickfang an Kasino-Kreisel gut an. Nur vereinzelt gab es Misstöne: "Das entspricht nicht meinem Verständnis von Kunst. Die Gestaltung des Platzes ist merkwürdig", sagte eine Passantin.

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