Ein Bürgerverein für Katernberg?

Das Projekt Bürgerladen ist vorerst gescheitert. Doch das Engagement für den Stadtteil soll fortgeführt werden. Mitstreiter werden gesucht.

Katernberg. Das Projekt Bürgerladen am Katernberg ist vorerst gescheitert. „Der Verein wird sich auflösen“, bestätigt Elisabeth Ahlrichs, die Vorsitzende. Das Amt wird sie auch noch gut ein Jahr offiziell innehaben. So lange dauere die Liquidation. Das „Aus“ hatte sich schon länger angedeutet. Weil das vom Verein ausgeguckte Ladenlokal langfristig nicht zur Verfügung steht, sanken die Chancen auf einen Supermarkt gegen Null. Das Engagement im Stadtteil soll aber fortgeführt werden. „Vielleicht in einem Bürgerverein“, hofft Ahlrichs.

Der könne sich weiter dem Thema Nahversorgung annehmen, das nicht nur für Ahlrichs ein drängendes ist. Auch wenn ein Bürgerladen kein Thema mehr sei, brauche das Quartier einen Supermarkt. Deshalb sieht Ahlrichs auch die Idee der Stadt, auf dem Gelände des Sportplatzes Nevigeser Straße neben einer neuen Sporthalle für die Gesamtschule auch eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen, sehr positiv. „Wir haben schon an den Oberbürgermeister geschrieben“, sagt Ahlrichs, damit er sich weiter dafür einsetze. „Jetzt oder nie“, heiße es für den Katernberg.

Denn andere Optionen sieht sie derzeit für den Katernberg nicht. Auch der CAP-Markt am Eckbusch sei für viele zu weit weg. „Und wer dann eh ins Auto steigen muss, fährt dann nicht da hin.“ Einen Wunsch hat sie aber, falls die Pläne für die Nevigeser Straße verwirklicht werden sollten. „Bitte keinen Billig-Discounter. Wir brauchen dann ein großes Frischesortiment.“

Es gebe aber auf jeden Fall auch noch andere Themen im Stadtteil, die ein allgemeiner Bürgerverein besser angehen könne, als ein schon dem Namen nach auf ein Ziel fokussierter Verein. „Viele wussten gar nicht, was sie mit dem Begriff Bürgerladen anfangen sollen.“ Wichtig sei, dass sich am Katernberg ein Netzwerk bilde und es auch eine Art Bürgertreff gebe. Dafür könne sich der Bürgerverein einsetzen, sagt Ahlrichs, die auch weiterhin tätig werden will. „Nur nicht mehr als Vorsitzende.“

Das Problem auch beim Bürgerladen sei gewesen, dass es — wie in so vielen Vereinen — nur einen kleinen harten Kern gegeben habe. Ahlrichs hofft, dass sich vielleicht in den Quartierstammtischen neue Mitstreiter finden werden.

Quartiersentwicklerin Isabell Spahn unterstützt die Idee auf jeden Fall. „Ich fände das sehr gut.“ Über einen Bürgerverein hätte auch die Quartiersentwicklung mehr Chancen. „Der Verein könnte zum Beispiel besser Anträge schreiben.“ Morgen Abend beim nächsten Quartiers-Stammtisch soll das Thema schon einmal angesprochen werden. Beginn ist um 18 Uhr in der Christ-König-Gemeinde am Westfalenweg 20. „Wir wünschen uns viele Teilnehmer“, so Spahn.

Ein Vorbild könnte der Bürgeverein Eckbusch sein. Der hatte sich auch aus einer Initiative entwickelt, die ursprünglich mit nur einem — letztendlich nicht erreichten — Ziel angetreten war: Die Wiedereinführung der Bus-Linie CE62. Nach und nach kamen weitere Themen in der Arbeit hinzu, aus der Initiative wurde der Bürgerverein — der bei einem anderen Projekt jetzt kurz vor dem Ziel steht: Ein neuer Supermarkt für den Eckbusch (siehe unten).