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Die Natur holt sich den Eskesberg zurück

Die Natur holt sich den Eskesberg zurück

Auf der Ex-Deponie gibt es unterschiedliche Meinungen.

Eskesberg. Wildbienen, Amphibien, Reptilien? Das klingt nach Tieren im Wuppertaler Zoo. Dass diese Artenvielfalt auf der ehemaligen Mülldeponie Eskesberg zu finden ist, damit rechnen die Wenigsten. Mehr als 500 verschiedene Pflanzen- und Tierarten sind seit der Sanierung vor mehr als drei Jahren angesiedelt. "Das ist ein einmaliges Experiment, der Natur alles zu überlassen", sagt Karin Ricono, Biologin und Betreuerin des Projekts.

Zu sehen ist nun ein fünf Hektar großes Naturschutzgebiet mit Wanderwegen und Teichen. Nur die vielen Gasbrunnendeckel und die Gas-Sammelstation erinnern an die damalige Deponie. Ansonsten kommen die Naturfreunde auf ihre Kosten: Mohnblumen, Kamille und Riesen-Margeriten wohin das Auge blickt. Unterschiedliche Bodenarten fördern die Vielfalt an Pflanzen.

Aber nicht jeder ist von soviel Natur begeistert: "Zu viel Gestrüpp und teilweise zu kahl", findet ein Anwohner. "Eine große Wiese mit Bäumen wäre schöner gewesen", meint ein Wanderer. Manche hätten sich wohl lieber eine Parkanlage mit mehr Grünfläche und Sitzbänken gewünscht.

"Nicht alle Anwohner waren am Anfang von der Idee überzeugt, ein Biotop entstehen zu lassen, aber inzwischen sind die meisten begeistert", räumt Ricono ein und wird dabei vom Klopfen des Grünspechts bekräftigt. "Wir wollten einen Kompromiss zwischen der Natur und den Interessen der Anwohner finden", ergänzt Ansgar Toennes vom städtischen Ressort für Umweltschutz. Im Hintergrund drehen Jogger ihre Runden. "Ich finde es schön hier. Wo sonst gibt es in der Stadt soviel Natur", meint ein Spaziergänger.

Auch den Jugendlichen an der Skateranlage unterhalb des Biotops gefällt es ziemlich gut. "Es hätte mehr aus der großen Fläche gemacht werden können. Der große Wurf ist hier nicht gelungen", kritisiert Anwohner Helmut Klingbeil. Nur was genau besser gemacht werden sollte, das weiß er nicht. So bleibt bei einem Spaziergang am Eskesberg Zeit zum Überlegen.