Die gute alte „Else“ wird 30

Die gute alte „Else“ wird 30

Mit einem großem Fest und viel Prominenz aus Stadt und Land feiert die Gesamtschule runden Geburtstag.

Ostersbaum. Bunte Luftballons steigen in die Luft. Der Wind weht Richtung Nord-Osten und bläst die Ballons über das neue Gebäude hinweg. Applaus, strahlende Gesichter und Händeschütteln. Schulministerin Sylvia Löhrmann ist da, Kulturdezernent Matthias Nocke, SPD-Landtagsabgeordneter Andreas Bialas.

Um sie herum eine Schar von Schülern, die eher den Ballons hinterhergucken, als sich für das politische Aufgebot zu interessieren. Aber alle sind aus einem Grund gekommen: den 30. Geburtstag der Gesamtschule Else Lasker-Schüler zu feiern. Und das nutzte auch die Stadt Wuppertal am vergangenen Samstag. Als Geburtstagsgeschenk weihte das Gebäudemanagement den neuen Fachraumtrakt an der Windstraße ein. Ein Theater- und Musikraum, ein Chemie- und Physikraum oder ein Pausenraum — alles ist auf dem neuesten Stand.

Murat (12) und Ahnn (11) freuen sich schon auf die ersten Unterrichtsstunden im Gebäude. „Endlich müssen wir nicht mehr runter zum Hauptgebäude laufen“, sagen die beiden Freunde. Während die älteren Besucher das neue Gebäude begutachten, feiern die Schüler schon auf dem Schulgelände.

Jede Klasse hat sich etwas Besonderes zum Geburtstag überlegt. Ob Eierlaufen oder Papierflieger-Wettbewerb, ein Fußballspiel auf dem Bolzplatz, eine Schul-Rallye, Theateraufführungen und kleine Konzerte — die Else, wie die Schule liebevoll genannt wird, bebt.

30 Jahre lang hat sie Schülergenerationen aufgenommen, viele Jahre betreut und sie anschließend in die Berufswelt entlassen. Aber was genau finden die Schüler so toll an der Else? „Na, das ist ja schon irgendwie unser zweites Zuhause“, sagt Serhat (15). „Und die Schule ist sicher. Es gibt Streitschlichter und Sozialpädagogen“, fügt sein Freund Leonit (15) hinzu. „Hier wird keiner ausgegrenzt. Auch wenn viele Ausländer auf der Schule sind“, sagt Alina (14). „Und die Lehrer sind ganz okay. Wenn man ihnen Respekt entgegen bringt, machen die das auch“, sagt Chantal (19).

Mit den Schülern feiert auch der erste Schulleiter Klaus Bert Becker. Er schwelgt in Erinnerungen. Vor 30 Jahren startete er mit 112 Schülern, baute die zweite Gesamtschule in Wuppertal auf und kämpfte für die damals noch neue Schulform. „Das war wie Champagner. Wer kann schon mal eine Schule gründen?“ Voller Stolz schaut er auf das Geburtstagskind — auf die Dame im besten Alter. Die Else.