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Denkmaltag III: Auch im Westen ging's nur mit Regenschirm

Denkmaltag III: Auch im Westen ging's nur mit Regenschirm

Lüntenbeck. Bevor auf Schloss Lüntenbeck die Führung losgeht, werden die Wartenden mit vor Ort gewachsenen Weintrauben eingestimmt. Das Aufspannen vieler Schirme folgt, sobald es gilt, das schützende Vordach zu verlassen.

Antonia Dinnebier richtet sich an die gut 40 Besucher, die das Gebäude-Ensemble zum Tag des offenen Denkmals sehen möchten (Foto: Andreas Fischer): 1971 pachteten es die Dinnebiers. Seit elf Jahren sind sie Eigentümer und damit Teil einer wechselhaften Geschichte.

Im Jahr 870 wird Lüntenbeck, dessen Name sich auf ein Gewächs am hiesigen Bach bezieht, erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gehört es einem christlichen Stift, später Adligen, Fabrikanten und der Stadt Elberfeld. Das älteste erhaltene Gebäude ist das im Fachwerkstil ausgeführte Nebengebäude von — vermutlich — 1530. Das gelbe, 1630 erbaute Haupthaus mit den vielen Schmuckelementen im Dachbereich fußt wohl auf zwei früher erbauten Gebäuden.

Pläne der Anlage gibt es erst seit etwa 1820 — und Dinnebier findet schön, „das man sich noch ausmalen kann, wie die Anlage wohl einmal ausgesehen haben mag.“ 120 Hektar groß war das Gut früher. Es reichte vom Sportplatz bis zum Schliepershäuschen. Hafer wurde angebaut, wegen steuerlicher Vorteile ab 1896 Schnaps gebrannt und Kalk dort abgebaut, wo heute Autos parken. Der 1763 gebaute Mühlenturm aus Stein und Schiefer nahm laut Dinnebier eine „Wendung zum Gartenhaus“. Da gerade ein Mieterwechsel ansteht, konnte das fünf Etagen umfassende Haus besichtigt werden — einen beneidenswerten Blick aus der Dusche auf einen der drei Lüntenbecker Teiche inbegriffen. mak