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Ölberg: „Das richtige Viertel für Individualität“

Ölberg : „Das richtige Viertel für Individualität“

Am Ölberg gibt es viele Geschäfte, die Kleidung und Schmuck herstellen und verkaufen.

Ölberg. Das haben die Kreativen an Marien-, Sattler- und Charlottenstraße gemeinsam: Sie fühlen sich am Ölberg zu Hause und verknüpfen dort Leben, Arbeiten sowie ein herzliches, produktives Miteinander. So ist gleich der Name des ersten Geschäfts, auf das man aus Richtung Hochstraße kommend am Gipfel der Anhöhe trifft, laut Silvia Werner „eine Liebeserklärung an den Ölberg“. Seit zehn Jahren ist die Designerin dort ansässig, seit fünf Jahren betreibt sie eine offene Manufaktur.

Ölberg: „Das richtige Viertel für Individualität“

Dort können Besucher zusehen, wie die charakteristischen Werke der „oelberger taschenmanufaktur“ entstehen. In Handarbeit werden Feuerwehrschläuche, Turnmatten, Lkw-Planen, sogar Segel zu modischen Behältnissen verarbeitet, Spannringe werden zu Schlüsselringen, aus alten Kalenderblättern wird Geschenkpapier. „Wir verarbeiten alles, was geht und der Kunde wünscht“, sagt Werner, die mit jedem Unikat etwa sechs bis acht Stunden beschäftigt ist.

Auch das Geschäft gegenüber ist eine Hommage an den Ölberg, an Tuch, Gewebe und alles, was daraus entsteht: Seit Januar bietet die Textilwerkstatt „Liebesgruss“ in Form von Atelier und Laden ein individuelles Einkaufserlebnis. „Unser erster Artikel war das Wuppertal-Kissen“, berichtet Designerin Anne Jonas-Ulbrich. Von Souvenirs führte der Weg über Stempel auf T-Shirts zu einer Kollektion von Oberbekleidung für Kinder und Erwachsene. „Inzwischen sind wir ein Modelabel“, sagt Jonas-Ulbrich. Wichtig sei ihr, dass Kunden den Entstehungsprozess verfolgen könnten und individuelle Wünsche erfüllt würden. Die beliebtesten Artikel: Schwebebahn-Kissen und Regentropfen-T-Shirt.

Um kreatives Schaffen geht es auch in der Manufaktur für Siebdruck und Gestaltung „Mithandundherz“. In der Boutique hängen T-Shirts säuberlich aufgereiht — jüngst habe sich vor allem das Exemplar aus Bambus mit dem Motiv „Graureiher & Schwebebahn“ gut verkauft, berichtet Johannes Wächter. Gemeinsam mit Kommunikationsdesignerin Bea Meder öffnete der Siebdrucker am 27. Juni die Türen für Kunden, die etwas Besonderes suchen. Am manuellen Siebdruck-Karussell werden Motive etwa auf T-Shirts und Postkarten gebracht, kreiert in der Grafikbüro-Ecke. Per Hand verarbeitet werden ausschließlich fair gehandelte, zertifizierte Textilien, entweder zu Auftragsarbeiten oder Stücken der eigenen Mode-Kollektion.

Susanne Schmidt eröffnete ihr Geschäft „Schreinersuse“ am 18. Juli. Die Idee war zunächst, hinter ihrer Schreinerwerkstatt, die sie seit zwei Jahren betreibt, einen Showroom für ihre Möbel zu installieren. Bis dato war die Schreinermeisterin auf Ausstellungen und im Internet präsent. Aus dem Ausstellungsraum wurde ein Laden mit Möbeln, Accessoires und Geschenkartikeln. Seit Kurzem gehört die „Bastelbude“ dazu: „Da kann man in gemütlicher Runde nach Herzenslust werkeln.“ Material stelle sie zur Verfügung und unterstütze bei Sonderwünschen wie dem Bau eines Nachttischs. Und was ist das ultimative Weihnachtsgeschenk im Tal? Schmidt: „Ein Adventskalender: ein kleines Schränkchen mit Tafel, an die man das Datum schreiben und es immer neu befüllen kann.“

Schmuck-Geschenke findet man bei Goldschmiedin Ramona Weinert. Seit sechs Jahren stellt sie unter anderem Ringe, Ketten, Armbänder jenseits des Mainstreams her, wie sie schildert: „Ich verarbeite sämtliche Edel- und Buntmetalle und echte Edelsteine. Typisch für mein Geschäft sind zum Beispiel geschmiedete Ringe mit unterschiedlichen Oberflächen.“ Aktuell arbeite sie an einem Zuckerlöffel, eine von vielen Auftragsarbeiten, zu denen auch das Umarbeiten von altem in neuen Schmuck gehöre. „Der Ölberg ist das richtige Viertel für Individualität und etwas Eigenes“, sagt Weinert — und spricht damit vermutlich sämtlichen Kollegen und Bewohnern aus der Seele.