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Crossboccia: Die große Freiheit beim "Spiel ohne Grenzen"

Crossboccia: Die große Freiheit beim "Spiel ohne Grenzen"

Turnier im Haus der Jugend.

Elberfeld. Normalerweise kann man das Haus der Jugend an der Bergstraße gefahrlos betreten, doch am Wochenende mussten die Besucher auf umher sausende Flugobjekte acht geben: Denn beim nunmehr zweiten Crossboccia-Turnier mit 24 Teilnehmern wurde das ganze Gebäude zu einem Spielfeld — ganz im Sinne von Timo Beelow, der das Spiel vermarktet. Immerhin zeichne diese „Freiheit“ das neue Trendspiel ja auch aus, sagt der Student.

Nicht nur in Wuppertal scheint das Spiel immer mehr Fuß zu fassen. „Crossboccia ist bei unseren Kindern und Jugendlichen sehr beliebt“, bestätigt Jutta Raschtuttis, Leiterin der Jugendeinrichtung. Sie lobt vor allem den leichten Zugang zu dem Spiel: „Jeder kann mitspielen, man braucht keine Vorkenntnisse, und es kommt auch nicht auf Alter, Größe oder Geschlecht an.“

Da mag es nicht verwundern, dass das Spiel nach Angaben von Wojtek Nawrot europaweit voll im Trend liegt: Inzwischen gäbe es, gemessen an den Verkaufszahlen, den Besuchern der Internetseite und Turniergästen, über 30 000 Mitspieler. Einer der 30 000 ist der 13-jährige Till. Völlig aus der Puste, musste er sich erst einmal auf seinen Oberschenkeln abstützen und Luft holen, um den kleinen, grünen Stoffball gekonnt durch ein Regelfach zu werfen. „Ich habe das Spiel in meinem Jugendclub kennengelernt, seitdem bin ich dabei“, erzählt er.

Auch Finn Friedrich aus Barmen steht voll auf das neue Trendspiel: „Es ist mal was anderes, man kann es überall spielen“, findet der 16-Jährige. Allerdings hat er sich mit seinen Kumpels noch nicht mit den bunten Bällen aus den heimischen Gärten getraut. Axel Meven ist unterdessen das beste Beispiel dafür, dass Crossboccia auch Erwachsene anspricht: Der Familienvater, der mit seinem Sohn am Turnier teilnahm, wagt auf der heimischen Hofeinfahrt das ein oder andere Turnier — dabei dient dann auch die Motorhaube seines Autos als Spielfläche. „Das sorgt schon für Irritation“, weiß Meven. Doch bis die bunten Stoffbälle ebenso zum Stadtbild gehören, wie Inlineskates und Skateboards, müssen wohl noch einige Turniere in Wuppertal stattfinden — das nächste im Haus der Jugend soll in den Sommerferien steigen. Dann vielleicht bei besserem im Freien auf dem Ölberg.