BV stimmt für Austausch der Bäume am Von-der-Heydt-Platz

Bezirksvertretung: BV stimmt für Austausch der Bäume am Von-der-Heydt-Platz

Planungen zur Neugestaltung des innerstädtischen Bereiches müssen überarbeitet werden. Mehrere Bäume sind an Stockfäule erkrankt.

. Die Bezirksvertretung (BV) Elberfeld hat sich für eine neue einheitliche Baumbepflanzung im Bereich des Von-der-Heydt-Platzes und der Fußgängerzone an der Herzogstraße ausgesprochen. Mit der Stimmenmehrheit von SPD- und CDU-Fraktion votierten die Bezirksvertreter am Mittwochabend dafür, die in dem Bereich stehenden Robinien, von denen mehrere an Stockfäule erkrankt sind, gegen Schnurbäume auszutauschen. Die Grünen-Fraktion stimmte gegen die Beschlussvorlage, weil sie zunächst einen Prüfauftrag an die Verwaltung erteilen wollte, mit dem geklärt werden sollte, ob die Bäume wirklich nicht mehr zu retten sind und ausgetauscht werden müssen.

Die Neugestaltung im Bereich des Von-der-Heydt-Platzes und der Herzogstraße ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes für den Stadtteil Elberfeld-Innenstadt. Im Sommer 2017 wurde im Rahmen eines Wettbewerbs der Entwurf eines Landschaftsarchitektenbüros aus Lübeck zum Sieger gekürt. Der Antrag auf Mittel aus der Städtebauförderung wurde noch im selben Jahr bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht. Auf der Grundlage des damaligen Entwurfes war noch davon ausgegangen worden, dass der derzeitige Baumbestand bestehen bleiben könne, da die per Augenschein überprüften Robinien zunächst als gesund eingestuft worden waren.

Erst die zweite Prüfung brachte die Stockfäule zum Vorschein

Das war aber offenbar eine Fehleinschätzung. Nach Sturmschäden an Robinien an der Bundesstraße 7 wurden auch die Bäume am und rund um den Von-der-Heydt-Platz noch einmal untersucht. Dabei wurde die Erkrankung an Stockfäule bei zwei von vier Bäumen in der Herzog- und bei einem von drei Bäumen an der Grünstraße festgestellt. Die von außen nicht sichtbare Kernfäule führt nach Angaben der Stadt zu einer geringeren Standsicherheit der Bäume. Es müsse davon ausgegangen werden, dass „die Bäume mittelfristig nicht zu halten sind“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Die Stadt plädiert deshalb dafür, alle Bäume in dem Bereich einheitlich gegen Schnurbäume auszutauschen, die in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren ein „größeres Blattvolumen“ und ein dichtes Baumdach bilden würden, erklärte der Abteilungsleiter für Städtebau, Gunther Stoldt. Zugleich warnte Stoldt davor, die schon recht weit gediehenen Planungen zur Neugestaltung des innerstädtischen Bereiches nun wegen einer Debatte um die Bäume zu verzögern. Die Stadt seien für die Planungen bereits Kosten in Höhe von 300 000 Euro entstanden. Verzögerungen könnten das Projekt infrage stellen, schließlich sollen die Bauarbeiten im kommenden Sommer beginnen.

Dieser Einschätzung schlossen sich auch Vertreter von SPD und CDU an. SPD-Fraktionschef Thomas Kring warnte in Richtung der Grünen vor „Ideologisierungen“ und davor, das Projekt jetzt zu zerreden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Knorr unterstrich, dass die Pflasterung in dem Bereich „nicht mehr zeitgemäß“ sei und erneuert werden müsse.

Die Notwendigkeit der Neugestaltung in dem innerstädtischen Bereich wollten die Vertreter der Grünen auch nicht pauschal in Abrede stellen. Allerdings gebe sie zu bedenken, dass vor allem nach dem Starkregen von Ende Mai dieses Jahres bedacht werden solle, ob es nicht besser sei, die Natur stehen zu lassen, sagte Grünen-Fraktionschefin Gerta Siller. Es könne mehrereJahre dauern, bis die neuen Bäume die gleiche ökologische Funktion wie die alten erfüllen können, hieß es in dem Prüfantrag der Grünen, der allerdings keine Mehrheit in der Elberfelder Bezirksvertretung fand.

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