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Wuppertal: Bundesfreiwilligen-Dienst: Starthilfe für ein neues Leben in Deutschland

Wuppertal : Bundesfreiwilligen-Dienst: Starthilfe für ein neues Leben in Deutschland

Die Evangelische Gemeinde Sophienstraße hat Alexander Aklilu als Bufdi eingestellt.

Luisenviertel. Stühle rücken, Veranstaltungen begleiten, Jugendgruppen leiten — die Aufgaben von Alexander Aklilu sind vielfältig. Der 26-Jährige hat vor vier Wochen seinen Bundesfreiwilligen-Dienst bei der Evangelischen Kirche an der Sophienstraße angetreten. „Mir ist es wichtig, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die Sprache zu lernen und zu erfahren, wie man in Deutschland lebt“, berichtet der junge Mann aus Eritrea. Er hat vor knapp zwei Jahren seine Heimat verlassen, um seine Zukunft zu suchen.

„In meinem Land herrscht ein diktatorisches Regime. Es gibt keine Freiheit, um zu arbeiten und etwas zu lernen. Ich wollte aber nicht mein ganzes Leben lang Soldat sein.“ Fünf Monate dauerte seine Flucht über Libyen, das Mittelmeer bis Italien und schließlich nach Deutschland. „Hier kann ich machen, was ich möchte“, betont er. Täglich besucht er die Sprachschule, anschließend geht er zur Arbeit.

„Das ist schon ein straffes Programm“, sagt Pfarrer Johannes Nattland. Er ist dankbar für die Unterstützung. „Im Saal bauen sich 100 Stühle zu zweit leichter auf, als alleine“, sagt er lachend. Vor allem aber sei Alexander Aklilu als Mensch eine Bereicherung für die Gemeinde. „Die Zusammenarbeit gelingt hervorragend und er spricht auch schon wirklich gut deutsch“, betont der Theologe. Die Gemeinde habe die Möglichkeit, eine Bufdi-Stelle an einen Flüchtling zu vergeben, unbedingt nutzen wollen. „Wir möchten ihm ein Gefühl für dieses Land mitgeben und dazu beitragen, dass er eine Zukunft hat — hier oder in seiner Heimat.“

Alexander Aklilu möchte neben der Sprache auch die Grundlagen lernen, um anschließend die Schule abschließen und eine Ausbildung als Tischler beginnen zu können. Er ist froh, ein Stück weit angekommen zu sein, Arbeit zu haben und Geld zu verdienen. „Natürlich vermisse ich meine Familie, meine Freunde und meine Heimat, wo alles ganz anders ist.“ Dort seien alle sehr stolz auf ihn, berichtet er mit einem Lächeln.

Die Kommunikation sei anfangs schwierig gewesen, sagt der 26-Jährige. „Ich kann mich noch immer nicht so ausdrücken, wie ich gerne möchte, aber die Leute sind hier alle sehr freundlich und haben mir alles sehr gut erklärt.“ Johannes Nattland hofft, ihm eine Starthilfe für das Leben nach dem Bundesfreiwilligen-Dienst geben zu können. „Wir möchten, dass er Kontakte knüpft, die ihm auch auf seinem weiteren Weg helfen.“