Bergischer Geschichtsverein zieht ins Kolkmannhaus

Elberfeld: Geschichtsverein zieht ins Kolkmannhaus

Der Gesamtverein und die Abteilung Wuppertal freuen sich über die neue Geschäftsstelle.

. Der Eingangsbereich ist standesgemäß gestaltet. Altehrwürdige Möbel, dazu Bilder an der Wand, die historisch bedeutsame Orte oder Personen des Bergischen Landes zeigen. Das Gebäude selbst, in dem der Bergische Geschichtsverein (BGV) offiziell seit Anfang des Monats sein Domizil bezogen hat, bietet dazu auch einiges an Geschichte(n). Denn der BGV hat seine Geschäftsstelle im Kolkmannhaus an der Hof-aue eingerichtet.

„Die Hofaue war früher ,die’ Textiladresse in Deutschland“, erzählen Folke Obermark-Stiller, stellvertretende Vorsitzende der Abteilung Wuppertal im BGV, und Maximilian Berkel, Schriftführer und Denkmalschutzbeauftragter. Den beiden ist anzumerken, wie stolz der Verein über den neuen Standort ist. „Wir haben bei der Suche viel Wert darauf gelegt, dass es ein historisch bedeutsames Gebäude wird.“

Wichlinghausen war zu
sehr „ab vom Schuss“

In der Hofaue werden auf 90 Quadratmetern die Angebote erstmals seit Jahren wieder gebündelt. Sowohl der Gesamtverein (vormals im Cleff-Haus in Remscheid ansässig), als auch die Abteilung Wuppertal (vorher Bünger-Gelände) sind nach Elberfeld gezogen.

„Es ist einfach zentraler“, erklärt Maximilian Berkel. Im Stadtzentrum würde schon mal eher jemand vorbeikommen. „Wichlinghausen war da schon ein wenig ab vom Schuss“, erklären die beiden. Zudem fehlte dort die Barrierefreiheit. Im Kolkmannhaus gibt es einen Aufzug. „Ein ganz wichtiger Punkt“, erklärt Folke Obermark-Stiller angesichts der Altersstruktur der Mitglieder.

Am neuen Standort, so hoffen die Verantwortlichen, wird der Publikumsverkehr zunehmen. Die Mitglieder können sich zudem besser einbringen. „Früher“, so Berkel, „hieß es oft: Wir haben ja keinen Ort als Treffpunkt.“ Am Tag des offenen Denkmals, an dem sich der BGV erstmals in den neuen Räumen, die vorher ein Architekturbüro angemietet hatte, präsentierte, sei die Resonanz schon sehr gut gewesen, erinnert sich Berkel und schmunzelt: „Nicht nur wegen der Waffeln.“

In der Hofaue sollen zukünftig zum Beispiel auch Vorträge angeboten werden. Der Verein will sich noch mehr der „breiten Masse“ öffnen, wie Berkel und Obermark-Stiller betonen.

Ansätze habe es schon früher gegeben, sagen die beiden und verweisen etwa auf das Buchprojekt „Erklär mir mal Wuppertal“, das, so wird ausdrücklich betont, nicht explizit nur für Kinder gedacht war. Möglichst viele Leser soll auch die aktuelle Ausgabe der BGV-Zeitschrift „Romerike Berge“ erreichen. Die ist nämlich als Sonderheft zum Europäischen Kulturerbejahr mehr als ein sehr anschaulicher Reiseführer zu Denkmälern im Bergischen aufgemacht als Fachzeitschrift. „Und die ist auch hier in der Geschäftsstelle erhältlich.“ Ebenso wie weitere Literatur zum Bergischen Land sowie natürlich Rat und Hilfe. Aktuell plane man noch feste Öffnungszeiten, so Obermark-Stiller.

Die Wuppertalerin selbst ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich der BGV im Idealfall die Mitgliederfindung wünscht. Als Studentin war die heute 47-Jährige über ihren Dozenten Volkmar Wittmütz, damals Vorsitzender des BGV, später auch ihr Doktorvater, auf den Verein aufmerksam geworden – und eingetreten. Auch heute sucht der Verein, wie viele andere auch, Nachwuchs.

„Das ist ein Dauerthema“, weiß die stellvertretende Vorsitzende der Wuppertaler Abteilung. Deshalb wird sie zusammen mit Maximilian Berkel ab diesem Herbst zwei Universitäts-Projekt betreuen. Unter anderem bieten die beiden gemeinsam mit der Bergischen Uni eine „Übung“ an, bei der es auch um Inventarisierung und die richtige fotografische Erfassung geht.

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