Baubus eröffnet Perspektiven auf Berufe

Baubus eröffnet Perspektiven auf Berufe

Schüler der Hermann-von—Helmholtz-Realschule besichtigten eine virtuelle Baustelle.

Nordstadt. „Eigentlich möchte ich Anwältin werden, aber wenn das nicht klappt, könnte ich mir auch so einen Job vorstellen“, sagt die 13 Jahre alte Kübra Erkan. Ihre beiden Freundinnen Enya Cecon und Fatma Askan können sich die Arbeit auf dem Bau nur schwer vorstellen. Aber auch die Jungs der achten Klasse winken ab. Weil das so ist, hat die Hermann-von-Helmholtz-Realschule einen Termin beim Baubus gebucht. Der multimedial ausgebaute Linienbus macht im Auftrag des Bauindustrieverbandes NRW Werbung für Berufe auf dem Bau.

„Die Schüler wissen nicht, welche Berufe es auf dem Bau gibt“, sagt Marcus Dätig, stellvertretender Schulleiter an der Hermann-von-Helmholtz-Realschule. Bauberufe hätten häufig keinen guten Ruf, unter anderem weil man den Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. Aber diese Berufe könnten Spaß machen, sagt Dätig, der selbst gelernter Stahlbetonbauer ist.

Um den Schülern die Scheu zu nehmen, können sie spielerisch mit Tätigkeiten auf dem Bau in Berührung kommen. Als Baggerfahrer steuern die Schüler mit zwei Joystickhebeln den Greifarm eines Miniaturbaggers und versuchen, Holzklötze aufeinander zu stapeln. Die Kralle zittert als Kübra den Holzklotz greifen will, aber sie bekommt ihn nicht zu fassen. „Es ist schwieriger als man denkt“, sagt sie.

Anschließend probiert sie das Bau-Board aus, das eine virtuelle und bewegende Fahrt über eine Baustelle simuliert. Damit sie sich vorstellen kann, wie das ist, wackelt das Brett unter ihren Füßen und ihr weht Luft und Dreck entgegen. Kübra findet es lustig, aber einen Bauberuf hat sie noch nicht für sich entdeckt.

Das ist nichts Neues für Gregor Patora, der den Baubus betreut. „In der Stadt haben die Schüler kaum Berührungspunkte zum Bau, auf dem Land ist das schon anders.“ Nur der 13 Jahre alte Sebastian Stöcker hilft einem Freund bei dem Bau einer Halle. Er kann sich vorstellen, Maurer zu werden. „Wenn sich nur zwei Schüler entscheiden, eine Ausbildung zu machen, ist das schon ein Erfolg für uns“, sagt Dätig. Danach stünden den Schülern ja noch alle Wege offen. Drei Wuppertaler Schulen haben in der vergangenen Woche den Baubus besucht. Weitere Infos zu Ausbildungsberufen auf dem Bau gibt es unter:

bau-dein-ding.nrw

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