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Wuppertal: Bahnhof Mirke: Utopiastadt feiert fünften Geburtstag

Wuppertal : Bahnhof Mirke: Utopiastadt feiert fünften Geburtstag

2011 zog die Initiative in den Bahnhof Mirke. Im kommenden Jahr will sie das Gebäude übernehmen und sanieren — und weitere Ideen für eine Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft produzieren.

Mirke. Genau 500 Jahre alt ist der Roman „Utopia“, dessen Namen bis heute als Bezeichnung für eine ideale Gesellschaft verwendet wird. Und genau fünf Jahre alt wird jetzt die Initiative „Utopiastadt“, die sich ganz real mit Utopien für unsere Gesellschaft beschäftigt und wie man sie umsetzen kann. Vor fünf Jahren zogen die Utopisten in den Bahnhof Mirke, in den nächsten Wochen wird das Jubiläum gefeiert.

Ralf Glörfeld, Markus Riedel, Beate Blaschczok, Christian Hampe und David J. Becher (v.l.) freuten sich.
Ralf Glörfeld, Markus Riedel, Beate Blaschczok, Christian Hampe und David J. Becher (v.l.) freuten sich. Foto: Andreas Fischer (Archiv)/Andreas Fischer

Die Vorgeschichte ist ein Magazin „Clownfish“, das die Kommunikationsdesigner Beate Blaschczok und Christian Hampe gründeten. Darin beleuchten jeweils Experten aus unterschiedlichen Bereichen wie Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik oder Unternehmertum ein Thema. So sollen Ansätze aus den verschiedenen Bereichen zusammenkommen, „Know-how und Enthusiasmus überschwappen“, wie Christian Hampe sagt.

Das Café Hutmacher im ehemaligen Bahnhof.
Das Café Hutmacher im ehemaligen Bahnhof. Foto: Sven Pacher

Parallel zum Magazin organisierten sie Veranstaltungen, beim dritten Heft zum Thema „Schöpfung“ wurde daraus ein großer Kongress in den Elba-Hallen. „Da ist die Idee entstanden, dass wir diese Auseinandersetzung andauernd brauchen“, berichtet Hampe. Parallel zum Heft zum Thema „Utopia“ entwickelten sie ein Konzept für einen Ort, an dem dieser „andauernde Gesellschaftskongress“ zu Hause sein könnte — „Utopiastadt“ genannt. Den fanden sie mit Hilfe der Wirtschaftsförderung im alten Bahnhof Mirke. Die Sparkasse als Besitzerin war bereit, ihnen den für drei Jahre kostenlos zu überlassen, bei Erfolg sogar zu übergeben. 2011 zog Utopiastadt ein.

„Seither agieren wir von hier aus“, sagt Hampe. Im Bahnhof sind Atelier- und Projekträume, eine offene Werkstatt und das Café Hutmacher entstanden. Es finden Thementage zum Beispiel zu Urban Gardening oder Bürgerhaushalt sowie Lesungen und Konzerte statt. Es gibt einen Fahrradverleih, Projekte mit Kindern und vieles mehr. 150 bis 200 Menschen sind aktiv in der Utopiastadt, organisieren Veranstaltungen, arbeiten an neuen Projekten. Utopiastadt hat Auszeichnungen erhalten, zieht überregional Interesse auf sich.

„Wahnsinn, mit wie viel Durchhaltevermögen sie das Projekt wuppen“, zollt Sven Macdonald der Initiative Respekt. „Das ist enorm.“ Der heutige Chef der Quartierentwicklungsgesellschaft hat als Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung Utopiastadt jahrelang begleitet. „Ob Beate Blaschczok und Christian Hampe vor Jahren gedacht haben, dass sie soweit kommen? Ich glaube nicht“, sinniert er. Aber er habe schon immer eine gewisse Kraft gespürt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Übergabe des Gebäudes und der zugesagten Fördergelder, mit dem der Bahnhof ab 2017 saniert werden soll. Im nächsten Jahr soll die geschenkte Schwebebahn installiert werden und die offene Werkstatt in die ehemalige Gepäckabfertigung umziehen. Zudem geht es um die Gestaltung des Utopiastadt-Campus, der Fläche rund um den Bahnhof. Und in fünf Jahren? „Dann feiern wir die offizielle Eröffnung für den sanierten Bahnhof und haben erste Projekte auf dem Campus verwirklicht“, sagt Hampe.