Wuppertal: Bäume lockten Kinder ins Gleisgelände

Wuppertal : Bäume lockten Kinder ins Gleisgelände

Polizei klärt Grundschüler mit Vortrag auf. Deutsche Bahn schneidet Grün zurück.

Zooviertel. „Das war ziemlich gefährlich“, erinnert sich ein Anwohner der Tiergartenstraße: Er hat wie andere aus dem Viertel beobachtet, dass Kinder an den Recyclingcontainern und an der Treppe Tiergartenstraße Bäume als Klettergerüst benutzten und deshalb ins Gelände der Bahn eindrangen, das dort in einem steilen Abhang zur den Gleisen hinunterführt. Auch verloren gegangene Bälle sollen schon Anlass für Kinder gewesen sein, dort hinabzuklettern.

Inzwischen haben Bahn und Bundespolizei reagiert. Ein Brief eines engagierten Bürgers, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, an zahlreiche Stellen führte dazu, dass Bahn und Polizei aktiv wurden.

Die Bahn hat sämtliche Bäume an der Stelle radikal entfernt, damit sie keinen Anreiz zum Klettern, Verstecken oder für andere Spiele mehr bieten: „Einige der Bäume waren auch nicht mehr gesund“, erläutert ein Bahnsprecher. Zufrieden ist der anfangs zitierte Anwohner: „Die Bahn hat super gearbeitet, das ist jetzt optimal gelöst.“

Außerdem hat ein Beamter der Bundespolizei der Grundschule Donarstraße einen Besuch abgestattet und dort vor 62 Kindern des dritten und vierten Schuljahrs den Vortrag „Bahnanlagen sind keine Spielplätze“ gehalten. „Ich bin auf die Problematik aufmerksam gemacht worden“, berichtet Schulleiterin Manuela Siegel. Sie hat das Thema im Unterricht angesprochen. Da es aber offensichtlich nicht ausreihend half, nahm sie das Angebot der Bundespolizei aus Düsseldorf für den Vortrag an. Bundespolizist Stefan Leven hat den Kindern die vielen Gefahren aufgezeigt, die in einem Bahngelände drohen: Dass die schnellen Züge oft nicht vorher zu hören sind, dass ein Zug meist nicht mehr bremsen kann, wenn etwas oder jemand auf die Gleise gerät. Dass Luftwirbel des Zugs einen gefährlichen Sog ausüben können. Und dass der Strom der Starkstromleitungen schon bei anderthalb Metern Abstand auf Menschen überschlagen kann. „Kindgerecht, ansprechend und für alle Kinder sehr interessant“ sei der Vortrag gewesen, lobt Schulleiterin Manuela Siegel. Sie ist überzeugt, dass den Kindern die Gefahren eindrucksvoll vor Augen geführt wurden. „Wir hoffen, dass das jetzt fruchtet.“

Bei Bedarf könnte so ein Vortrag auch wiederholt werden. „Das war eine gelungene Veranstaltung“, findet auch Bezirkspolizist Uwe Klomfass. „Ein Großteil der Kinder wurde erreicht“, ist er überzeugt. Und lobt den Einsatz der Bürger und aller Beteiligten: „Alle haben reagiert und ihr Möglichstes getan. Das war genau der richtige Zeitpunkt, um einzuhaken.“

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