Bäume auf Wuppertaler Spielplatz bleiben wohl erhalten

Spielplätze : Bäume auf Spielplatz bleiben wohl erhalten

Vor dem Beschluss will sich die BV an der Else-Lasker-Schüler-Straße umschauen.

. Baumbesetzungen wie am Hambacher Forst wird es an der Else-Lasker-Schüler-Straße glücklicherweise nicht geben müssen. Denn seit der letztwöchigen Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld gibt es ein klares Votum für den Erhalt des vorderen Baumbestands am dortigen Spielplatz. Die Stadt hatte vor einigen Wochen ihre Pläne dargelegt, nach denen der für Anfang 2019 angedachten Spielplatz-Neugestaltung sieben Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen sollen. „Darüber haben wir uns sehr gewundert, konnten aber zum Glück die Bremse ziehen. Schließlich wäre die Fällung der fünf vorderen Bäume absurd“, hat Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius eine klare Meinung und betont, dass die Bäume „absolut gesund“ seien.

„Ich habe den Eindruck, dass sich alle Parteien einig sein werden, diese Bäume zu erhalten“, ist sich auch Grünen-Vertreter Klaus Lüdemann sicher, dass die fünf Bäume entlang der vorderen Begrenzungsmauer gerettet werden können. „Bis diese Bäume, die sich wahrscheinlich selbst gesetzt haben, wieder so groß werden, würden 20 Jahre vergehen“, gibt der Umweltschützer zu bedenken und warnt vor einem „großen ökologischen Verlust“.

Dass es in der vergangenen Woche noch keine endgültige Entscheidung über den Baumbestand gab, sondern erst in der nächsten Sitzung, ist den fehlenden Ortskenntnissen der Bezirksvertreter geschuldet. So soll ein jeder bis zur Beschlussfassung am 10. Oktober die Möglichkeit nutzen, sich vor Ort ein Bild zu machen. „Eigentlich hatte es bereits Anfang Juli einen Ortstermin gegeben, der aber von nur zwei Personen wahrgenommen wurde“, kritisiert Lüdemann. Von einem „ungünstigen Termin“ sprach indes Vitenius. Der SPD-Vertreter erklärt, dass man grundsätzlich versuche, „um jedes grüne Blättchen zu kämpfen“, warnt jedoch davor, „nicht über die eigenen Emotionen zu stolpern“. „Die Verwaltung dürfte natürlich sauer sein, dass sie ihre Pläne nochmal umändern muss“, glaubt Lüdemann.

So hatte die Verwaltung ursprünglich damit argumentiert, dass die Bäume zu dicht seien und nicht genügend Licht durchließen. Auch der fehlende Einblick auf das Gelände war angeführt worden, da hier immer wieder Wildpinkler zu Gange seien und Lehrer der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule keinen ausreichenden Weitblick auf spielende Kinder hätten. „Da reicht es aus, die Bäume ein wenig zu entlichten und einige Äste abzusägen“, hat Lüdemann hierfür eine einfache Lösung parat und betont, dass die dafür nötigen Arbeiten „sicherlich günstiger sind als Fällung und Neupflanzung“. Das sieht auch Vitenius so und gibt zu bedenken, dass die Bäume wirklich dicht eigentlich nur in der Krone seien. „Außerdem kann man in Sommern wie diesen über den Schatten froh sein“, findet er.

Während das Votum zu den fünf Begrenzungsbäumen klar scheint, soll es bei der vertagten Entscheidungsfindung nun vor allem um den Fortbestand zweier zentral gelegener Bäume gehen. Hier geht es letztlich um die Frage, ob für die drei angedachten Spielflächen mit Klettergerüst und Schaukelgeräten genügend Platz vorhanden ist.