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Wuppertal: B 7: Ein Mauseloch für die Busse

Wuppertal : B 7: Ein Mauseloch für die Busse

Bis zur offiziellen Wiedereröffnung wird der ÖPNV als Erster die neue Straße nutzen.

Elberfeld. Wann wird endlich die B 7 wieder geöffnet? Sommer 2017 ist die Maßgabe. Juli, August oder September? Das ist die große Frage, die Frank Meyer in der jüngsten Sitzung des Verkehrsauschusses noch nicht beantworten konnte. Nach der Winterpause, so der Verkehrsdezernent, könne man dazu mehr sagen.

Ein Punkt, der dabei eine ganz gewichtige Rolle spielt, ist die Neuausrichtung des Busverkehrs, bis dann Ende 2018 auch der neue Busbahnhof am Döppersberg betriebsbereit sein soll. Hannelore Reichl, Leiterin des Ressorts Straßen und Verkehr, verwies auf die gemeinsame Arbeitsgruppe mit den WSW, „die vor einer großen Herausforderung steht“. Wo fahren die Busse in der Zwischenzeit? Wo kann Platz für die Fahrer geschaffen werden, um Pausen einzuhalten? Wo wird es Sanitäranlagen geben? Fragen über Fragen.

Auch müsse geklärt werden, wo die Stadt zum Beispiel Ampeln oder Markierungen ersetzen oder neu schaffen muss. Schwierigkeit für die WSW: „Sie müssen für einen relativ kurzen Zeitraum zwei Fahrpläne schaffen“, sagte Reichl. „Bis Ende 2018 geht das leider nicht anders.“

Dass der eine oder andere Passagier da auch den Überblick verlieren dürfte, scheint klar. Man arbeite an einem Konzept dazu, so Meyer. Eine Idee sei es, Lotsen einzusetzen, die die Leute auf den richtigen Weg bzw. zum richtigen Bus leiten. Das bestätigt Sabine Schnake von den WSW. Man wolle eine große Transparenz für die Fahrgäste schaffen.

Fakt ist: Der Busbahnhof Ohligsmühle, ein gut funktionierendes Provisorium, hat bald ausgedient — schon vor der Wiedereröffnung der B 7. Denn im Endspurt müssen an der jetzigen Haltestelle Straßenbauarbeiten erledigt werden, damit ein paar Wochen später der Autoverkehr darüber rollen kann. Das bedeutet auch das Ende für den Zweirichtungsverkehr am Wall. Busse werden dann nur noch in nördlicher Richtung über die Friedrichstraße dort lang fahren. Der südliche Verkehr werde, so Reichl, wie früher über die Morianstraße geleitet. Solange die B 7 dann offiziell noch gesperrt ist, gibt es dort ein „Mauseloch“ ausschließlich für Busse. Diese werden über den Brausenwerth und Islandufer auf die Südstraße geleitet - und damit erste Nutzer der neuen B7. Ist die B 7 ein paar Wochen später offen, fahren die Busse über den Brausenwerth direkt auf die neue Bahnhofstraße. Bis zur Eröffnung des Busbahnhofs Döppersberg Ende 2018 fahren die Busse „im Prinzip wie vor der Sperrung — nur ohne zentralen Busbahnhof“, fasst Schnake die Übergangsregelung zusammen.

Dass es Stimmen gebe, die für eine Fortführung des Zweirichtungsverkehrs auf dem Wall plädieren, weiß Reichl. „Wir haben das untersucht.“ Wenn der Busbahnhof Ohligsmühle wegfalle, könne man den kompletten Verkehr nicht mehr über den Wall abwickeln. Vor allem betriebliche Gründe sprächen dagegen, so Reichl. So fehle der Platz, damit die Fahrer dort zum Beispiel ihre Pausen machen können.

Die Idee, den Wall in beiden Fahrtrichtungen offen zu halten, sieht Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius als „charmant“ an. „Es ist aber zu früh, darüber zu diskutieren. Das müssen uns die Fachleute erklären.“ Dass der Busbahnhof Ohligsmühle ausgedient habe, sei ein bisschen schade, aber eben nicht zu ändern. „Das war ein schönes Projekt“, sagt Vitenius über das eigentliche Provisorium, anders als etwa der alte Busbahnhof am Döppersberg. Der sei in den 80er Jahren auch mal als Provisorium in Folge der Stilllegung der Straßenbahn entstanden, habe sich aber über Jahrzehnte gehalten und sei ein „wirklich negatives Unikum“ gewesen.