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Elberfeld: Autofahrer kürzen über Köhlweg ab

Elberfeld : Autofahrer kürzen über Köhlweg ab

Die Anwohner beschweren sich über den Verkehr zu Stoßzeiten. An Tempo 30 hält sich kaum jemand.

Wuppertal. „Das wäre hier ein lukrativer Standort für Radar-Kontrollen“ sagt Anwohnerin Brigitte Vallbracht und zeigt aus dem Fenster ihres Wohnhauses am Köhlweg herunter auf die Zeppelin-Allee, die — wie die gesamte Gegend um den Königshöher Weg — eine 30-Stundenkilometer-Zone und reine Anwohner-Straße ist.

Doch statt idyllischer Ruhe in malerischer Umgebung herrscht hier in den Stoßzeiten zwischen sieben und acht Uhr und in den Nachmittagsstunden reger Verkehr. Viele Autofahrer nutzen die schmalen Straßen mit nur angedeuteten Fußgängerwegen als Schleichwege. Nicht nur die auf den Südhöhen beschäftigten Arbeiter und Angestellten haben die Abkürzung für sich entdeckt, sondern auch Mütter, die ihre Kinder auf vier Rädern von der Südstadt ins Schulzentrum Süd bringen.

Da die asphaltierten Verkehrswege zum Teil, wie auf der Zeppelin-Allee, gerade sind, dann aber durch den Wald führen, haben die wenigen 30-Stundenkilometer-Schilder nur noch symbolische Bedeutung. Stattdessen sind die meisten Autofahrer — schließlich haben sie es eilig — in diesem Bereich viel zu schnell unterwegs.

Sie können dabei relativ unbesorgt sein, weil Kontrollen praktisch nicht stattfinden. „Der Verkehr ist eine Gefahr für Fußgänger und morgens vor allem für die Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen“, stellt Brigitte Vallbracht fest. „Eine Bekannte bringt ihre Kinder jetzt auch nur noch mit dem Auto zur Schule, weil ihr der Fußweg zu gefährlich erscheint.“

Der Lebensgefährte der Anwohnerin, Wolfgang Kister, weist darauf hin, dass die Anlieger vor einiger Zeit auf eigene Kosten eine Schwelle auf der Zeppelin-Allee anbringen wollten, um die Autofahrer auf die Geschwindigkeitsbeschränkung hinzuweisen. „Doch die Stadt hat das nicht genehmigt“, betont Kister.

Der Elberfelder wundert sich, dass die Kommune trotz klammer Kassen auf diese mögliche Einnahmequelle verzichtet. „Bei regelmäßigen Kontrollen würden wir uns alle hier sicherer fühlen“, sehen sich Brigitte Vallbracht und Wolfgang Kister einig mit den anderen Anwohnern.