Auf zu neuen Ufern: Ein Spaziergang an der Wupper

Auf zu neuen Ufern: Ein Spaziergang an der Wupper

Wuppertaler erkundeten einen neuen Uferweg mitten in der Stadt.

Arrenberg. Edgar Koch und Martina Lux haben die Wupper jeden Tag im Blick. Seit zwölf Jahren wohnt das Ehepaar auf einem Grundstück der Familie Frischemeier am Arrenberg engagiert — direkt am Fluss. Das hat Vor- und Nachteile. „Hier zu wohnen ist immer wie Urlaub. Mit der Schwebebahn direkt vor der Nase darf man natürlich nicht lärmempfindlich sein — aber man gewöhnt sich an alles“, erzählt Edgar Koch seinen Zuhörern beim Wupperspaziergang am Samstagnachmittag.

Gemeinsam mit Bodo Küpper organisierte Dajana Meier von der Initiative Neue Ufer Wuppertal eine Führung über den neuen, von der Firmengruppe Küpper und der Gesellschaft für Absatzfinanzierung (Gefa) privat finanzierten Fußweg entlang der Wupper. Etwas mehr als 300 Meter Uferweg zwischen Robert-Daum-Platz und Moritzbrücke sind entstanden, gesäumt mit Betonskulpturen der Künstlerin Christel Lechner. Dickbäuchige ältere Männer aus Beton — einige Spaziergänger schmunzeln.

„Dieser Weg ist erst der Anfang. Der Fluss ist Wuppertals Lebensader und hat ein großes Potenzial. Stattdessen wurde die Wupper bisher links liegen gelassen. Das möchten wir ändern“, erzählt Dajana Meier.

Bodo Küpper sieht ebenfalls das Potenzial des Flusses für die Stadt und ihre Bewohner: „Wuppertal hat unheimlich viel zu bieten, wunderschöne Ecken.“ Er fügt hinzu: „Die Wupper mitten durch unsere Innenstadt muss uns wieder bewusster werden.“

Nach dem Bau des Uferweges sollen daher nun 400 Meter der Wupper durch den Wupperverband renaturiert werden: Durch Störsteine entstehen kleine Inseln im Flussbett. Die naturnahe Umgestaltung solle Wuppertals Lebensader nicht nur optisch, auch biologisch durch eine neue Dynamik aufwerten, hieß es beim Spaziergang.

Nach einer Einführung durch Bodo Küpper auf dem neuen Uferweg ging es eine Leiter hinab auf den Uferweg Höhe Moritzbrücke, den die Stadtwerke zuvor von Geäst und Gestrüpp freigelegt hatten. Näher kann man der Wupper nicht kommen.

„Ich finde es toll, dass der Wupperweg geschaffen wurde und die Wupper hier nun auch noch renaturiert wird. Wir wohnen zwar nicht in unmittelbarer Nähe, aber ich finde, davon profitiert jeder Wuppertaler“, freut sich Christel Becker.

Mehr von Westdeutsche Zeitung