Bürger-Protest: Arrenberger wollen Baumfällung verhindern

Bürger-Protest : Arrenberger wollen Baumfällung verhindern

Bei einem Ortstermin an der Moritzstraße diskutierten Anwohner über eine geplante Fällung.

. Riesenaufregung gab es am Mittwoch an der Moritzstraße/Ecke Friedrich-Ebert-Straße. Der neue Besitzer der Immobilie, in der sich unter anderem eine Glaserei und eine Elektrohaushaltsgeräte-Händler befindet, hat wohl veranlasst, dass vier Bäume – die letzten an der Moritzstraße – am Donnerstag gefällt werden. Mehrere Anwohner und Mitglieder des Vereins „Aufbruch am Arrenberg“ trafen sich auf dem Grundstück des Immobilienmaklers Stefan Schoppmann. Dem Vernehmen nach hatte der neue Hausbesitzer sein Kommen angekündigt, um mit den Bürgern zu sprechen. Am Ende ist er aber nicht gekommen und war auch telefonisch nicht zu erreichen. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Anwohner.

Bürgermeisterin Bettina Brücher (Grüne) sagte: „Ich habe am Montag mit ihm telefoniert und noch einmal appelliert, dass er die Bäume, die den Charme der Straße bilden, stehen lassen möchte.“ Aufforderungen, dass die Stadt bei solchen Aktionen eingreifen müsse, musste sie allerdings eine Absage erteilen. „Rechtlich hat die Stadt keine Handhabe“, so die Grünen-Politikerin. Brücher betonte, dass sie mit ihrer Partei für eine Baumschutzsatzung kämpfe, die solche Baumfällungen künftig verhindern soll. „Auf diesem Wege wird systematisch grünes Kapital zerstört“, ärgerte sich die Hobbygärtnerin und verwies darauf, dass auf diese Weise im Deweerth’schen Garten rund ein Viertel der Bäume weggefallen sind.

„Mit der Fällung der Bäume, die damit zwei Parkplätzen weichen, ist in den vergangenen 30 Jahren hier ein ganzer Park vernichtet worden“, sprach Andreas Komotzki seinen Unmut aus. Auch Arrenbergs wohl bekanntester Umwelt-Lobbyist Jörg Heynkes war vor Ort und machte sich ein Bild: „Ich finde die Situation hier extrem bedauerlich, dass hier von dem neuen, alten Besitzer kein Dialog stattfinden konnte. Wir sind es hier am Arrenberg gewohnt, dass man miteinander redet und gemeinsam nach Lösungen sucht“, sagte Heynkes. Er fügte an, in Teilen für Schoppmann sogar Verständnis zu haben. „Als Eigentümer weiß ich, dass Bäume genauso Arbeit machen. Aber auch Kinder machen das. Sie machen auch Dreck. Trotzdem brauchen und lieben wir sie“, sagte der Unternehmer. „Wenn es ihm um die Arbeit geht, würden wir als Anwohner auch gerne die Pflege der Bäume übernehmen und den Hof sauber halten“, sagte Dagmar Schellenbach. Die Kinderpyschotherapeuthin ist zudem Mieter eines Stellplatzes. „Es heißt, dass Wuppertal eine grüne Stadt ist. Wir merken hier davon nichts“, sagt Dana Nowak, die darauf hofft wenigstens die vier Bäume noch retten zu können.

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