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Elberfeld: Ampel Südstraße: Weniger Rotsünder

Elberfeld : Ampel Südstraße: Weniger Rotsünder

Immer wieder waren Autofahrer dort geblitzt worden. Die Stadt hat reagiert — und die Zahlen sinken.

Wuppertal. Erst wurde der Grünpfeil abgeschafft, dann die Verkehrsführung geändert: Die Stadt hat versucht, die nach Meinung vieler Autofahrer „Blitzer-Falle“ an der Südstraße zu entschärfen. Mit Erfolg? Eine erste Bilanz der Verwaltung zeigt, dass die Zahl der Verstöße zumindest zurückgegangen ist.

In den zweieinhalb Monaten vom 1. Juli bis 14. September wurden insgesamt 416 Rotsünder geblitzt. 369 von ihnen, nachdem die Ampel bereits eine Sekunde oder länger Rot zeigte. Vom 15. September — dem Tag, an dem das grüne Linksabbiegesignal abgeschafft wurde — bis zum 30. November waren es nur noch 319 geahndete Verstöße. 277 von ihnen fuhren nach einer Sekunde oder später über Rot. „Dabei muss man beachten, dass Anfang November dann auch die Verkehrsführung geändert wurde“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Sie weist außerdem darauf hin, dass der November eigentlich der verkehrsreichste Monat sei und damit die Reduzierung der Verstöße eigentlich noch deutlicher ausfalle im Gegensatz zu den Zahlen im ersten Überwachungszeitraum, in dem ja zum Großteil auch die Sommerferien lagen. Die jetzigen Ergebnisse lägen, so Eckermann, in der Größenordnung anderer, viel befahrener Straßen im Stadtgebiet.

Die Ampel an der Südstraße Richtung Stadthalle war von vielen Autofahrern in der Vergangenheit kritisiert worden. Obwohl Grün nur für das Abbiegen in die Viehhofstraße galt, fuhren sie geradeaus auf der Südstraße weiter — auch wenn die Ampeln dafür eigentlich Rot zeigten. Dass es auf der linken Seite der Straße auch noch einen eigenen, allerdings kleineren Ampelmast für die Linksabbieger gab, fiel offenbar vielen Autofahrern gar nicht auf.

Erst ein von Anwalt Tim Geißler in Auftrag gegebenes Gutachten brachte die hohe Zahl der Rotverstöße an die Öffentlichkeit. Die Ampel sei ein „Goldesel“ für die Verwaltung, hatten Kritiker erklärt.

Auch wenn die Stadt einige der Zahlen im Gutachten anzweifelte: Sie sah sich offenbar doch gezwungen zu handeln. Zumal es auch aus der Politik Gegenwind gab. In der Bezirksvertretung Elberfeld hatten viele der Anwesenden Unverständnis geäußert, dass das Ordnungsamt bei einer solchen Häufung von Fällen nicht früher tätig geworden war. Das Argument Datenschutz hatten die Politiker nicht gelten lassen. „Es geht nur um eine anonyme Abfrage“, hieß es damals in der BV.

Der Rückgang jetzt sei aber offensichtlich, so Eckermann. Bei denjenigen, die jetzt noch über Rot fahren, kämen aus Sicht der Stadt eher andere Ursachen zum Tragen, etwa Handynutzung am Steuer oder Ähnliches. Die Verwechslungsgefahr sei jedenfalls nicht mehr gegeben.

Im Frühjahr, so hofft auch Johannes Blöser, städtischer Abteilungsleiter Straßenverkehrstechnik, soll das Thema dann endgültig vom Tisch sein. Dann wird ein längerer Ampelmast an der linken Seite der Südstraße aufgestellt. Der gilt für die Linksabbieger, der rechte Mast nur für die Geradeaus-Spur. Gesamtkosten laut Stadt: 20 000 Euro.