30 neue Häuser in der Holländischen Heide?

30 neue Häuser in der Holländischen Heide?

Anhörung: An der Straße Holländische Heide soll gebaut werden — Anwohner äußern Kritik.

Uellendahl/Katernberg. Es ist das alte Dilemma: Attraktiver Wohnraum soll in Wuppertal geschaffen werden — alte Anwohner wollen aber auf ihr gewohntes „Wohnen im Grünen“ nicht verzichten. Das geplante Wohngebiet an der Holländischen Heide hat deshalb bereits bei der ersten Vorstellung in der Bezirksvertretung für Diskussionen gesorgt — so gab es Proteste, dass die Grünflächen unter der Neubebauung leiden. Etwa 70 Bürger fanden sich zur frühzeitigen öffentlichen Beteiligung in der Philippuskirche ein.

Die Fläche des geplanten Neubaugebiets ist etwa 26.000 Quadratmeter groß, auf dieser erstrecken sich 36 Grundstücke über jeweils 500 bis 700 Quadratmeter. An der Holländischen Heide angrenzend, im Südosten der Fläche, entsteht nach Vorlage des städtebaulichen Entwurfs eine 1200 Quadratmeter große Spielplatzfläche. Diese soll nach Forderungen der Anwohner zentraler in das Neubaugebiet eingebettet werden, um etwaigem Lärm, nicht von Kindern, sondern vielmehr von Jugendlichen ausgehend, zu entgehen. Die Lage des Spielplatzes bleibt an diesem Abend jedoch nicht der einzige strittige Punkt.

Als Anwohner der Holländischen Heide ist Harald Papst besonders um die Instandhaltung der Infrastruktur besorgt: auf einer drei Meter schmalen, unbefestigten Straße könne der Baustellenverkehr nicht hergeleitet werden, sondern müsse stattdessen über die neu angelegte Zufahrtsstraße zum Wohngebiet geführt werden — die Verlegung von Kabel- und Versorgungsleitungen führe seiner Meinung nach ebenfalls nicht unter der Heide her.

Christian Limbach, Anwohner und Mitglied des Nabu, bringt es auf den Punkt: „30 Häuser sind uns eigentlich zu viel.“ Er sehe nicht, wo die Ökologie berücksichtigt werde, denn der ursprüngliche Bebauungsplan sei sogar erweitert worden: „Wo ist der Kompromiss zwischen Ökologie und Nachbarschaft?“

Mirjam Kerkhoff von der Bauleitplanung sieht einen Kompromiss nicht für notwendig — das Baurecht sei schließlich da. Marc Walter vom Ressort Bauen und Wohnen ergänzt: „Es sind keine Grünstrukturen vorhanden, die unbedingt geschützt werden müssen.“ Die umstrittene Hecke, an der Holländischen Heide angrenzend, sei laut Andreas Bolle vom Umweltbüro Essen ebenfalls gar nicht so wertvoll, wie von Anwohnern gesagt werde. Zuvor hatten Anwohner Bedenken geäußert, dass durch die Rodung die Artenvielfalt abnehme. Kerkhoff bestätigt jedoch, dass die bestehende Bepflanzung erhalten bleibe.

Anwohnerin Sarah Semke geben die Bäume und die Grünfläche das Gefühl, „auf dem Land zu leben“. Genau das wollen die Nachbarn auch weiterhin — wenn auch mit neuen Nachbarn zusammen.

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