Ein junger Fuchs hat Glück im Unglück

Ein junger Fuchs hat Glück im Unglück

Uwe Caspers rettet das angefahrene Tier. Nach einer Operation in Wuppertal soll die Auswilderung im Saarland klappen.

Heckinghausen. Füchse genießen allgemein den Ruf als besonders schlaue Tiere. So mag es aus der Sicht eines Fuchses zwar eine gute Idee gewesen sein, mitten in Heckinghausen auf Futtersuche zu gehen, die Überquerung der vielbefahrenen Heckinghauser Straße in Höhe eines Autohauses am Freitagmorgen war es aber sicherlich nicht. Der Jungfuchs wurde angefahren, hatte aber noch Glück im Unglück. Ohne zu bremsen, fuhren zahlreiche Fahrzeuge an dem verletzten Tier vorbei, dann aber stoppte Uwe Caspers aus Laaken, der als Hundeliebhaber zunächst geglaubt hatte, dass es sich um einen verletzten Hund handelte. Es war die Chance für Reineke Fuchs, vielleicht doch irgendwann in freier Wildbahn auf die Beine zu kommen. Doch bis dahin ist es noch eine lange Geschichte.

„Das Tier war zwar stark benommen und blutete am Ohr, aber man konnte erkennen, dass es nicht lebensgefährlich verletzt war“, berichtet Uwe Caspers über die Minuten, als er zum Lebensretter für „das herrliche Tier“ wurde. Mithilfe eines Passanten verstaute der tierliebe Wuppertaler den Findling in seinem Auto und steuerte eine ihm bekannte Wuppertaler Tierärztin an.

„Die Ärztin stellte einen Bruch an einer Hinterpfote fest, der zwar operiert werden konnte. Doch sie gab zu bedenken, dass es problematisch sei, das Tier nach der Operation zu versorgen. Es würde sich an die Menschen gewöhnen und sei danach nicht mehr in der freien Wildbahn überlebensfähig. Beide waren wir uns einig, dass es sehr bedauerlich sei, dieses schöne Tier einschläfern zu müssen“, beschreibt Uwe Caspers die Situation in der Tierarztpraxis.

Dass der überfahrene Fuchs zum Wochenbeginn trotzdem operiert wurde und sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung befindet, hat er einem ganz speziellen Projekt im Saarland zu verdanken — der Fuchsauffangstation von Hartmann Jenal in Überherrn. Hartmann Jenal erklärte sich auf Anfrage aus Wuppertal bereit, den Rekonvaleszenten aufzunehmen und falls möglich wieder auszuwildern. Sollte das nicht klappen, dann darf der Jungfuchs Dauergast in Überherrn bleiben. „Ich habe mich gerne dazu verpflichtet, den Transport ins Saarland zu übernehmen, wenn er wieder auf den Beinen ist“, sagt Uwe Caspers, der dem letzten Kapitel des Abenteuers mit einiger Spannung entgegensieht, denn so ruhig wie bei der Fahrt zur Behandlung dürfte Reineke Fuchs auf der Fahrt ins Saarland nicht wieder sein.

Füchse zieht es auf der Futtersuche immer häufiger in Wohngebiete. Deshalb sollten Katzenbesitzer kein Futter vor der Tür stehen lassen, denn das zieht die Wildtiere magisch an.

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