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Die Wuppertaler K-Wege (2): Zwischen Industrie und Natur

Die Wuppertaler K-Wege (2): Zwischen Industrie und Natur

Die Nordhangverbindung der K-Wege bietet viele Kontraste.

Uellendahl/Hatzfeld. Das zweite Teilstück des K-Wege-Wandernetzes, der Nordhangverbindungsweg, schließt an der Mirke an den Rundwanderweg Katernberg-Uellendahl an, den die WZ in der vergangenen Woche vorgestellt hat. Das Besondere an dieser Route: Sie macht den Kontrast der Großstadt im Grünen deutlich. Denn von 16 800 Hektar Fläche Wuppertals, ist mehr als 50 Prozent Waldgebiet oder Park, Landwirtschaft oder Kleingärtneranlage — gleichzeitig ist das Tal der Wupper weiterhin industrielles Zentrum der bergischen Region.

Auf dem mehr als neun Kilometer langen Nordhangverbindungsweg werden zwölf Kleingartenanlagen durchwandert. Bereits der dritte Verein auf der Strecke, Westen, wartet mit einer Aussicht auf ein Stück Wuppertaler Industriekultur auf: der Klinkerbau der „Konsum Genossenschaft“. In der 1930 errichteten Zentrale an der heutigen Konsumstraße wurden Lebensmittel produziert. Während der K-Weg kurz durch die Anlage Westen führt, moniert K-Wege-Initiator Helmut Pfannkuchen, der auch als Kleingarten-Gutachter aktiv ist, hier und da eine zu hochgewachsene Hecke.

Diese dürfen, laut Kleingartenverordnung, aber nicht höher als 1,20 Meter sein. Immerhin hat sich der Kreisverband der Kleingärtner „die Schaffung und Erhaltung von Grünflächen, die der Allgemeinheit zugänglich sind“ in seiner Satzung zum offiziellen Ziel gesetzt. Und das Wandern auf den K-Wegen macht nur dann richtig Spaß, wenn auch der Blick wandern kann — in prachtvoll blühende Gärten.

Derer bietet auch der vierte Kleingartenverein auf dem Nordhangverbindungsweg mit dem idyllischen Namen Land in Sonne einige — bis der K-Weg wieder aus der Anlage herausführt. „Hier beginnt eine riesige Gebirgsfalte, die wie ein Ozeandampfer kieloben liegt“, erklärt Helmut Pfannkuchen, während er in das Waldgebiet Stübchensberg einbiegt.

Buchen, Eichen und Ahornbäume säumen die Wege. Nach dem Krieg sei der Baumbestand nicht so üppig gewesen. In den harten Wintern waren die Wuppertaler losgezogen, um Bäume zu fällen, die sie dann verheizten.

Bis zum Nordpark in Barmen, wo der Verbindungsweg endet und an das dritte Teilstück der K-Wege anschließt, gibt es neben dem beinahe omnipräsenten Blick auf die Dupontwerke, auch noch viel Natur zu sehen: Das Waldgebiet Gelber Sprung zum Beispiel — durch das ein Bach ockergelb fließt. Eisenhaltiger Schlamm ist für die vermeintliche Färbung des Wassers verantwortlich. Auch durch einige der Kleingärten entlang der weiteren Route fließt das ein oder andere Bächlein — ungiftig jedoch.