Cronenberger Kranenberger: Woher das Wasser im Stadtteil kommt

Cronenberger Kranenberger: Woher das Wasser im Stadtteil kommt

Seit 1888 versorgt sich der Stadtteil selbstständig mit Trinkwasser.

Cronenberg. Die Versorgung Cronenbergs mit Trinkwasser geht auf das Jahr 1888 zurück. Im Gegensatz zu den Städten Elberfeld und Barmen, die ihren Wasserbedarf aus Gewinnungsstätten außerhalb ihres Stadtgebietes beziehen mussten, weil das Wasser der damals stark verschmutzten Wupper für die Trinkwasserversorgung ungeeignet war. Elberfeld holte sich deshalb Trinkwasser aus Benrath und Barmen zunächst aus Volmarstein an der Ruhr, später aus eigenen Talsperren. Cronenberg dagegen förderte Wasser auf eigenem Gemeindegebiet aus fünf im Nöllenhammertal gelegenen Brunnen.

Das Wasser wurde mittels zwei Pumpen mit je 15 PS zum über 330 Meter höher gelegenen Wasserturm Neuenhaus gepumpt, dem sogenannten „Drei-Kaiser-Turm“, und von dort in die südlichen Ortsteile bis Hintersudberg verteilt.

Bei Inbetriebnahme des Turmes am 26. Oktober 1888, so ist es überliefert, waren auf den Südhöhen bereits 19.200 Meter Rohrnetz verlegt. Dank des örtlichen Stadtrates mit dem fortschrittlich handelnden Bürgermeister Albert Kemmann an der Spitze. Damit entfiel der oft empfindliche Wassernotstand in den Dürrezeiten, die örtlichen Industriebetriebe konnten ihre Dampfkessel betreiben, das kostenintensive Graben tiefer Brunnen wurde überflüssig und nicht zuletzt war sauberes Wasser ein wichtiger Meilenstein für die Gesundheitsfürsorge. Cronenberg zählte zu dieser Zeit rund 8 600 Einwohner.

Der „Drei-Kaiser-Turm“ auf dem Neuenhaus wurde so genannt, weil auf ihm die Reliefs der drei preußischen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Kaiser Wilhelm II. angebracht waren. Die finanziellen Mittel für ein besonderes Kaiserdenkmal standen laut örtlichem Stadtrat nicht zur Verfügung.

Am 26. Februar 1966 nahmen die Wuppertaler Stadtwerke den Wasserturm vom Netz. Der Abriss erfolgte im Juni desselben Jahres. Zuvor hatten die WSW neben dem Turm eine moderne Pumpstation errichtet, die 1979 von einer Behälteranlage abgelöst wurde, die ihr Wasser nicht mehr aus dem Nöllenhammertal, sondern von der Pumpstation Schwarzer Weg, ersatzweise vom Wasserturm Lichtscheid bezieht.

Die optisch eher unauffällige Behälteranlage auf dem Neuenhaus beherbergt drei Kammern. Wie wichtig den WSW die Versorgung Wuppertals mit einwandfreiem Trinkwasser ist, das in allen Punkten den strengen Vorschriften der gültigen Trinkwasserverordnung entspricht, verdeutlicht die Aussage von Rainer Roggatz, Leiter der WSW-Produktion Trinkwasser: „Wir nehmen viel Geld in die Hand, um eine funktionierende Infrastruktur für Trinkwasser in unserem Versorgungsgebiet vorzuhalten. Das heißt: Wir investieren jährlich einen siebenstelligen Betrag in das Netz.“ Getreu dem Anspruch: Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel.

Alleine in die Behälteranlage Neuenhaus wurden von den WSW im Jahr 2011 mehr als 600.000 Euro investiert. Das kostbare Nass wird von der über 330 Meter hoch gelegenen Behälteranlage Neuenhaus Richtung Cronenberg-Ortsmitte geleitet, auch die Ortsteile Sudberg, Hintersudberg und Kohlfurth werden von hier versorgt.

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