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Wuppertal-Cronenberg: DRK Kinder- und Jugendzentrum​ feiert Jubiläum

Jubiläum : RK Kinder- und Jugendzentrum in Cronenberg feiert 50. Geburtstag

Seit 50 Jahren besteht das DRK Kinder- und Jugendzentrum am Mastweg. Ein Grund zum Feiern!

Gedämpfte Musik hallte vergangenen Samstag auf die Straßen der Wohnsiedlung Mastweg. Sie leitete Neugierigen den Weg durch den grauen Hochhausdschungel hin zum Kinder- und Jugendzentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das quadratische Gebäude wirkt von außen trist und leicht in die Jahre gekommen. In den Innenräumen herrschte umso mehr Leben. Zwischen Kuchenständen und Tischen liefen Kinder und Jugendliche umher. Musik dröhnte aus den Boxen. Es gab Grund zu feiern, 50 Jahre Jugendzentrum des DRK.

Seit fünf Jahrzehnten gibt es mittlerweile Freizeitangebote, Ausflüge oder Ferienbetreuung am Mastweg. Die Räume, in denen die jungen Besucher unter der Woche zum Spielen, Hausaufgaben machen und Mittagessen vorbeikommen, wurden am Samstag umdekoriert. Selbstgebastelte Girlanden und Banner verzieren das Ambiente. Das Programm sah für junge Besucher viele Attraktionen wie einen Feuerspucker, Tanzanimation oder einen Mitmachzirkus vor. Im Nebenraum des Zentrums wurde anlässlich des Jubiläums eine Collage aus archivierten Artikeln und Fotos von Pop-Ikonen erstellt. Sie nahm Interessierte mit auf eine Reise durch die Vergangenheit.

Ausgangspunkt ist 1972, das Gründungsjahr der Einrichtung. Zu einer Zeit, in der die Atomkraft-Debatte modern war und im Radio Abba lief, entstanden am Cronenberger Mastweg erste Räume für das Zusammenkommen von Menschen. Neben einer Spiel-Stube in einem alten Büroraum gab es einen Alten-Club und eine Pädagogin bot Sprechstunden an. Ein Jahr später, 1973, wurde daraus das DRK-Sozialzentrum, eine Anlaufstelle für Menschen aus dem Viertel. Das Angebot sah neben Gruppentreffen für Kinder, Jugendliche und Ältere auch Lebenshilfe, zum Beispiel in Form von Mietberatung, vor. Cronenberg war damit zum Standort für eines von drei deutschlandweiten Modellprojekten des DRK geworden.

Für Jugendliche war das Angebot zu diesem Zeitpunkt insgesamt nur rar gesät. Nicht zuletzt deswegen wurde das ursprüngliche Gebäude, nur sechs Jahre später, 1978, abgerissen. Das neue Kinder- und Jugendzentrum eröffnete im Gebäude am Mastweg 29. Dort befindet es sich auch heute noch. Schon vor dem Abriss konnte man sich zwischen DRK und Stadt verständigen und einen reibungslosen Umzug gewährleisten. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich einiges verändert. 1988 wurde das Grundstück beispielsweise von 160 auf 240 Quadratmeter erweitert. 1996 ergänzte das DRK sein Angebot am Mastweg durch eine Kindertagesstätte. 2012 kam ein Klettergerüst auf das Außengelände im Hinterhof.

Nun sind 50 Jahre vergangen. Mehrere Generationen an Kindern und Jugendlichen wurden bereits in den Räumen des blockartigen Gebäudes betreut. Verschiedenste Strömungen von Jugendkultur wurden ausgelebt. Eine Frau, die den Wandel des Zentrums wie kein anderer miterlebte, ist Anneliese Füssel. Von 1981 bis 2019, 38 Jahre lang, stand die Einrichtung unter ihrer Leitung. „Der Raum ist das einzige, was vom ursprünglichen Gebäude da ist“, erzählt sie in Gedanken vertieft, während sie in einem von zwei Räumen des Jugendzentrums steht. Alles andere, von Raumerweiterungen bis zum Bau eines Klettergerüsts, kam erst im Laufe der Jahrzehnte dazu. „Der Wandel war total spannend. Wir haben immer den richtigen Moment abgewartet, um Zuschüsse oder Baugenehmigungen zu kriegen“, denkt sie zurück.

Anrempeln gehörte beim Pogo-Dance in den 80ern dazu

Besonders gut kann sie sich an die Zeit in den 80ern erinnern, in der der sogenannte „Pogo-Dance“, der aus der Punk-Bewegung stammte, angesagt war. „Man hat sich immer angerempelt und manche Jugendliche trugen Ratten auf den Schultern“, erzählt sie schmunzelnd. Momente wie diese seien markant in Erinnerung geblieben.

Seit drei Jahren steht das Zentrum nun unter der Leitung von Cindy Hutcap. Auch in dieser verhältnismäßig kurzen Zeitspanne hat sich einiges getan. Das Zentrum ist innerhalb Cronenbergs mit vielen Firmen vernetzt und erhält neben den Fördermitteln der Stadt immer wieder Spenden. Diese tragen dazu bei, dass das Angebot für Kinder und Jugendliche dem Zeitgeist entspricht. Im Winter 2020 gab es beispielsweise zwei neue Nintendo-Spielekonsolen, vom Rotaract-Club Wuppertal finanziert. Nicht zuletzt deswegen bleibt das Zentrum im Viertel beliebt. „Die Besuche unseres Zentrums sind sehr rege“, erzählt Hutcamp. Einer der persönlichen Höhepunkte der neuen Leiterin ist das vor zwei Jahren eingeführte neue Logo des Zentrums. „Die Kinder durften selbst Vorschläge für das Design machen und mitbestimmen“, erzählt sie.

In diesem Jahr machen die Kinder in der Ferienbetreuung einen Ausflug in den Europapark.  Aus Cronenberg ist das Kinder- und Jugendzentrum nicht mehr wegzudenken.

„Das Jugendzentrum am Mastweg ist eine tolle Sache und ganz wichtig. In der Kindheit werden die Weichen für das spätere Leben gestellt.“, findet Regina Orth, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin aus Cronenberg. Gerade weil der Mastweg eine sozialschwächere Region sei, sei ein Zentrum zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung.