Unterkirchen: Aufbau nach dem Brand

Das Feuer im Gewerbepark Holtmann verursachte einen Millionenschaden. Abriss startet jetzt.

Cronenberg. Die Stahlträger lassen erahnen, welche Hitze das Feuer entwickelt haben muss. Völlig verzogen liegen sie auf riesigen Haufen dort, wo sich bis zum 16. Februar noch die gut 1500 Qudratmeter große Lagerhalle der Firma Holtmann befand. Schränke, Dachlatten, Kisten: Der verheerende Großbrand hat ein Chaos hinterlassen, den Gewerbepark in Unterkirchen nahezu komplett zerstört. Fast sechs Monate ist das Feuer her, passiert ist seitdem nicht viel.

„Etwas aufgeräumter ist es“, sagt Martin Vollmer etwas gequält beim Blick auf die zumindest grob sortierten Metallberge. Er ist Junior-Chef von Tierwelt Vollmer, einem von gut ein Dutzend betroffenen Untermietern in dem Hallenkomplex. Richtig verkraftet hat er das Geschehen noch nicht. „Vieles verdrängt man“, sagt Vollmer und erinnert sich: „Man schließt abends ab, kommt morgens wieder — und die Existenz ist erst einmal weg.“

Untergekommen ist die Tierwelt — nach einer fünfwöchigen Zwangspause — in der ehemaligen Packstation von Holtmann, das Büro der Vollmers neben der ehemaligen Warenannahme. „Wir haben jetzt noch gut ein Drittel der vorherigen Fläche“, erklärt Senior-Chef Hans-Peter Vollmer. Viele Stammkunden seien geblieben. „Viele wussten aber auch gar nicht, dass wir überhaupt noch hier sind.“

Erst im vergangenen Jahr war die Firma aus Remscheid nach Unterkirchen gezogen. „Ich bin Cronenberger, wir wollen auf jeden Fall hier bleiben“, betont Martin Vollmer. Er hofft wie auch sein Vater, dass sich bald was tun wird, die Schrotthaufen abtransportiert werden, der Neubau der Hallen startet.

Das hofft auch Alexander Holtmann, Inhaber des Gewerbeparks. Mit seiner Firma musste er nach dem Brand nach Ronsdorf ausweichen. Als Vermieter hat er jetzt aber natürlich vor Ort in Unterkirchen große Ausfälle. Die Versicherungen zahlten nur für zwölf Monate, so Holtmann. „Langsam wird es eng.“ Erste Schätzungen waren von einem Schaden in einstelliger Millionenhöhe ausgegangen. „Ich könnte mir vorstellen, dass er noch höher ist.“ Aber auch diese Untersuchungen ziehen sich noch hin.

„Ich dachte, es geht schneller.“ Nachbarn würden immer wieder fragen, warum sich nichts tue. Immerhin: Am Montag erhielt er die Abrissgenehmigung von der Stadt. „Das ist schon mal ein großer Schritt.“ Ab Montag sollen die Bagger rollen, die Pläne für den Hallenneubau — „alles andere macht keinen Sinn“ — liegen bereits fertig im Büro.

Die Struktur werde ähnlich aussehen wie vorher, sagt der 44-Jährige. 3000 Quadratmeter werden zu vermieten sein (siehe Infokasten). Die wenigen noch stehenden Gebäudeteile oder auch die völlig ausgebrannte ehemalige Verkaufshalle von Vollmer werden abgerissen. „Der Bauantrag ist in Arbeit.“ Die Stadt habe ihre Unterstützung zugesagt, freut er sich, kürzlich sei noch eine Delegation aus Verwaltung und Politik mit OB Peter Jung zum Ortstermin in Unterkirchen gewesen.

Doch beim Blick auf das Chaos im Hof kommt auch Holtmann ins Grübeln. „Ein Mieter hat alleine noch gut 300 bis 400 Tonnen Stahl in seiner Halle, die bislang noch gar nicht betreten werden konnte.“ Sein Wunsch: „Der Winter muss diesmal spät kommen.“ Bis dahin soll die Außenhülle stehen, der Innenausbau könne, so Holtmann, auch später erfolgen. Im Februar hofft er, dass der Gewerbepark wieder steht.

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