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Stony Pony: Mit Proben im Keller fing alles an

Stony Pony: Mit Proben im Keller fing alles an

Die Band feierte jetzt ihren 30. Geburtstag.

Cronenberg. Leuchtende Augen, Schwelgen in alten Zeiten, aufregende Geschichten — und natürlich Musik. Die Feier zum des 30-jährigen Bestehen der Wuppertaler Jazz & Blues-Band Stony Pony war geprägt von emotionalen Momenten. Alle aktuellen und ehemaligen Bandmitglieder trafen sich mit vielen Freunden und Fans am Samstag in der Cronenberger Musikschule von Christoph Kuberka — ebenfalls ein Ehemaliger —, um die drei Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.

Angefangen hatte alles 1982 im Keller von Axel Stratmann in Ronsdorf. Zusammen mit Schulfreunden musizierte der Gitarrist im elterlichen Haus und gründete zwei Jahre später im Rahmen eines Musikprojekts des Gymnasiums Siegesstraße die Band gemeinsam mit Frank Wegerhoff, Uwe Garschagen und Mike Rafalczyk.

Der erste gemeinsam gespielte Song war der „Stone Pony Blues“ von Charley Patton, welcher zum Namensgeber der Gruppe wurde. Unter der Feder des Jazz-Liebhabers Rafalczyk machte sich Stony Pony mit eigenen Interpretationen von bekannten Songs schnell einen Namen im Tal. Neben dem Posaunisten kamen noch weitere Bläser hinzu, Mitte der Achtziger wurde man sogar zur Stammband in einer Kneipe in der Düsseldorfer Altstadt. Zu Hoch-Zeiten kam man auf 70 Auftritte im Jahr, am weitesten reiste die Truppe zu den Nordeneyer Golftagen.

Zwischenzeitlich musizierte der spätere RTL-Kabarettist und Schauspieler Martin Zuhr (T.V. Kaiser) mit. Auch er kam am Samstag und lauschte den zahlreichen Geschichten von vergessenen Gitarrenkoffern und ulkigen Auftrittsorten.

Bandmitglieder kamen und gingen im Laufe der Jahre, auch der Stil wechselte und zwischenzeitlich auch mal der Name in „Jump’n Jive“. Nur Axel Stratmann blieb von der Geburtsstunde an. „Insgesamt hatten wir acht Schlagzeuger“, muss Paul-Heinz Kramer schmunzeln, der seit Mitte der Achtziger als Bassist dabei ist. Seit Ende der 1990er klingt Stony Pony deutlich rockiger. Zusammen mit Schlagzeuger Thorben Doege — der mit der Wuppertaler Rockband Winston 2009 als Vorgruppe von New Model Army auftrat — wurden zur Jahrhundertwende zwei Alben aufgenommen.

„Zu Beginn hatten wir mal eigene Songs, aber schlussendlich fehlte neben Beruf und Familie die Zeit und Lust. Wir machen viel lieber eigene Kreationen von bekannteren Stücken“, beschreibt Axel Stratmann das Repertoire der Band. Ihr Auftritt am Samstag überzeugte vor allem die ehemaligen Mitglieder, die aus ganz Deutschland anreisten und teilweise mitmusizierten. „Es fühlt sich an als wäre es gestern gewesen, technisch sind alle aber viel besser geworden“, resümierte Gründungsmitglied Frank Wegerhoff die Zeit. Das Lächeln der Band am Abend ähnelte dem auf den alten Bildern gewaltig. Der Spaß ist geblieben — und dürfte auch noch lange bleiben.