Sporthalle rückt in weite Ferne

Noch in diesem Jahr will die Stadt an der Berghauser Straße eine provisorische Rettungswache einrichten.

Cronenberg. Der Kampf um eine neue Dreifachsporthalle wird für Cronenberg zur endlosen Geschichte. „Wir warten seit 30 Jahren auf diese Sporthalle“, sagt Rolf Tesche, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins. Der politische Wille in der Bezirksvertretung Cronenberg war es zwar, das Grundstück der ehemaligen Hauptschule an der Berghauser Straße 45 für den Bau der Sporthalle zu sichern, jedoch machte den Cronenbergern der aktuelle Rettungsdienstbedarfsplan einen Strich durch die Rechnung. Jetzt soll genau dort, an dem Schulgebäude, das derzeit übergangsweise das Berufskolleg beherbergt, eine neue provisorische Rettungswache entstehen.

Die Stadt ist unter Zeitdruck und will, so Stadtsprecherin Ulrike Kusak, noch in diesem Jahr den neuen Standort in Betrieb nehmen. „Es gibt Handlungsbedarf, weil die Einsatzzeiten von zehn auf acht Minuten gesenkt wurden“, erklärt Michael Neumann aus dem Gebäudemanagement. Damit ein Rettungswagen auch in acht Minuten an den meisten Einsatzorten sein kann, soll daher eine zusätzliche Fahrzeughalle im Bereich des Schulhofs errichtet werden. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung könnten Aufenthaltsräume entstehen. Ob das alles geht, prüfe die Stadt derzeit. „Die Kosten für den Rettungsdienst werden durch Gebühren refinanziert“, sagt Kusak.

Rolf Tesche ist skeptisch: „Wenn dort in ein Gebäude für den Rettungsdienst investiert wird, dann reißt man das doch drei Jahre später nicht wieder ab.“ Neumann schließt eine längere Nutzung nicht aus: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass das ein dauerhafter Standort sein könnte.“ Doch auch in dieser Frage sei die Stadt noch in der Prüfung. Aus Tesches Sicht wäre das praktisch das Aus für die Sporthalle — die zwar gewünscht ist, aber für die noch keinerlei Gelder im Haushalt veranschlagt wurden: „Ich kenne keinen anderen möglichen Standort. Die Stadt hat ja in Cronenberg alles verkauft, was sie hatte.“

Die Cronenberger Turngemeinde ist nur einer der Sportvereine, die unter dem Engpass an Spiel- und Trainingszeiten im Stadtteil leiden. Vorstandsmitglied Jürgen Blankenagel sagt: „Man kann sich nicht vorstellen, was das bedeutet, wenn wir mit unserer B-Jugend etwa in die Halle an der Gathe ausweichen müssen.“ Fahrgemeinschaften würden gebildet, Tore müssten abgehängt werden, teilweise müsse man sich den Schlüssel der Halle erst besorgen. Er hofft darauf, dass das Bevölkerungswachstum in Wuppertal dazu führt, dass das ehemalige Hauptschulgebäude irgendwann wieder mit Schulleben gefüllt wird. „Vielleicht kriegen wir ja dann eine neue Sporthalle.“

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