So schmeckt auch Kindern die Natur

So schmeckt auch Kindern die Natur

Imker, Initiativen und Vereine stellten sich und ihre Arbeit vor. Für Kinder gab es einige Experimente.

Südhöhen. Gemeinsam mit elf Kooperationspartnern hat die Station Natur und Umwelt am Wochenende zu einem Aktions- und Informationstag eingeladen.

Unter der Überschrift „Umweltschutz mit Geschmack“ wurde viel Interessantes für kleine und große Gäste geboten. Vor dem Eingang hatte die Apfelsaftmanufaktur aus Ronsdorf ihren Stand aufgebaut. Wer wollte, konnte seine eigenen Äpfel mitbringen und den Saft pressen lassen. Von diesem Angebot hatten einige Besucher auch Gebrauch gemacht. Andere ließen sich von den Angeboten der Manufaktur verwöhnen, tranken den Apfelsaft gleich am Stand oder ließen ihn sich für zu Hause in Flaschen abfüllen. Auch Apfelmost und Apfelwein konnte probiert werden.

Der Bienenzuchtverein Cronenberg hatte ganz unterschiedliche Honigsorten mitgebracht, darunter fast weiße, aber auch schwarze Sorten. Die Kinder durften sie probieren und den Pflanzen zuordnen, die ihrer Meinung nach am besten zum jeweiligen Geschmack passten. „Die Kinder lieben das. Und sind meist sehr überrascht wie unterschiedlich der Honig schmecken kann“, erzählt die Imkerin.

Gleich daneben hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschule Grund ihre Stände aufgebaut. Jörg Liesendahl, Leiter der Naturschule und Repräsentant des BUND, informierte die Besucher, was alles mit Pestiziden belastet ist. Die Naturschule hatte ihre Tastkiste mitgebracht, in die die Kinder reingreifen durften, um zu erraten, was sie in den Händen hielten.

Mitarbeiter der Hofgemeinschaft Kottmann schilderten den Besuchern, was es mit der Biokiste auf sich hat, die man bei diesem integrativen Betrieb bestellen kann. Im Zentrum der Hofgemeinschaft steht das betreute Wohnen junger behinderter Erwachsener. Sie engagieren sich bei der Versorgung der Tiere, bewirtschaften den Garten, pflegen die Pflanzen und betätigen sich handwerklich. Der Hof hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Kunden mit hochwertigen Lebensmitteln aus kontrolliertem, ökologischem Anbau zu beliefern und damit zusätzlich integrative Arbeitsplätze geschaffen.

Greenpeace Wuppertal nutzte den Aktionstag, um auf eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek unter der Überschrift „Schmutzige Wäsche — Woher kommt unsere Kleidung?“ hinzuweisen, die gerade eröffnet wurde. Greenpeace macht darin die Folgen der globalisierten Textilherstellung für Mensch und Umwelt deutlich. Begleitend zur Ausstellung lädt die Greenpeace-Gruppe für den 7. Dezember am Campus Grifflenberg zu einer Kleidertauschparty ein.

Wer sich für gesunde Ernährung und Infos zu ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten interessiert, der war bei Anna Telöken von der Gesellschaft für Gesundheitsberatung an der richtigen Adresse.

„Als wir heute Mittag hier ankamen, da war unser Tisch gut gefüllt, drei Stunden später fast leer“, freute sich Ramona Walter von Foodsharing über das große Interesse der Besucher. „Wir retten Lebensmittel vor der Mülltonne und jeder kann sich von unserem Tisch Gemüse oder Obst mit nach Hause nehmen“, sagt sie.

Ricarda Moser von der Verbraucherzentrale NRW hatte festgestellt, dass die Gäste am Samstag gut informiert waren: „Uns wurden ganz gezielte Fragen zum Thema Umweltschutz gestellt.“

Wer nach so viel Aktion und Information eine Stärkung brauchte, der wurde in der Cafeteria mit selbstgebackenen Kuchen und frischem Kaffee verwöhnt. Die Kinder konnten derweil mit Kartoffel-Stempeln werkeln oder draußen im Holzbackofen leckere Kräuterbrötchen backen. „Es ist ein kleines, aber feines Fest, das wir hier feiern. Und so soll es auch sein“, sagt Kornelia Wegmann von der Station Natur und Umwelt.