Leben an der Stadtgrenze: Sie bleiben der Heimat treu

Leben an der Stadtgrenze : Sie bleiben der Heimat treu

Ruhig und idyllisch wohnen Andrea Büchel und ihr Mann Thomas an der grünen Stadtgrenze zu Solingen.

Kohlfurth. Seit Kindesbeinen ist die Kohlfurth die Heimat von Andrea Büchel. Mit neun Jahren hergezogen ist sie dort aufgewachsen. „Wir leben hier sehr ruhig, aber von der Lage her etwas abschüssig und auch abgeschieden“, sagt sie.

Auf der einen Seite geht es rauf nach Solingen, auf der anderen nach Wuppertal. Thomas und Andrea Büchel haben eine Metzgerei von den Eltern in Solingen übernommen und stehen auch dreimal in der Woche dort auf dem Markt. „Daher erledigen wir einen Teil unserer Einkäufe direkt dort.“

Doch auch der Heimatstadt bleiben sie treu und fahren zum Shoppen in die Stadt. „Hier gibt es ja leider keine Läden.“ Dafür genießen sie die grüne Natur, die vielen Tiere und die Wupper vor der Haustür. „Schön ist auch, dass die Brücke nun wieder geöffnet ist“ findet Andrea Büchel. Seit vier Jahren wohnt das Ehepaar Hassemer in der Kohlfurth und betreibt dort sein Büro für It-Systeme und Netzwerkbetreuung. Als gebürtiger Elberfelder hat Jürgen Hassemer zuvor zentral in der Stadt gewohnt, bis ein passendes Bauobjekt am Rande der Stadt erworben wurde.

„Hier lebt es sich schon anders“ stellt er fest. „In Elberfeld war ich innerhalb von 15 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Hause. Zur Kohlfurth brauche ich oft eine dreiviertel Stunde, am Abend bin ich auf den Nachtbus angewiesen.“

Als Ausgleich dafür gibt es vom Fenster aus eine Sicht bis nach Solingen. Treu geblieben sind dem Ehepaar nach dem Umzug die Kunden. Neue Kunden kommen überwiegend aus Cronenberg. Für Hassemer keine Überraschung „ Dazu gehören wir ja auch.“

Zum Einkaufen geht das Ehepaar, wenn nicht online gebucht wird, weiterhin nach Wuppertal. Siegfried Gröll ist ein echtes Kohlfurther Kind.

Der 70-jährige hat die Verwandlung des kleinen, rund 500 Einwohner starken Stadtteils miterlebt. „Früher gab es hier 10 Ausflugslokale, eine Volksschule und auch Geschäfte“ erinnert er sich. Schon sein Sohn musste aber zur Grundschule hoch nach Cronenberg.

In den 70er Jahren hat das Ehepaar auf einem Grundstück des Großvaters gebaut und schätzt hier besonders die Ruhe. „Wir haben eine ländliche Idylle. Besonders freut es uns, dass die Wupper wieder so schön rein ist“ finden sie. Nicht zufrieden sind sie mit der Busanbindung. „Nach 20.00 Uhr kommt man nicht weg und auch nicht wieder zurück. Ab Cronenberg fährt dann nur das Anrufsammeltaxi.“ Früher ist Siegfried Gröll viel mit der Straßenbahn nach Solingen gefahren. Heute ist er auf sein Auto angewiesen. „Ohne fahrbaren Untersatz läuft hier nichts.“

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