Rundgang zu historischen Relikten

Friedhöfe, Kirchen und Firmen: Frank Khan lud zur Stadtführung durch Cronenberg.

Cronenberg. Wenn Frank Khan durch Ortsteile und Stadtviertel führt, dann stellt er seinen Begleitern gerne einige Fragen. So verfuhr der Stadtführer auch gestern beim Rundgang durch Cronenberg: „Wie viele Friedhöfe gibt es in Wuppertal?“; „Woher stammt der Name Cronenberg?“; „Was war der Kapp-Putsch?“. Das lockerte die Gespräche an den einzelnen Stationen der Stadtführung auf und sorgte für eine angeregtere Atmosphäre, als wenn nur eine Person etwas erzählt und alle anderen zuhören müssen.

Der Resonanz auf das Angebot war auf jeden Fall groß. Trotz Sommerferien und durchaus sommerlichen Temperaturen von knapp 30 Grad Celsius fanden sich rund 50 Teilnehmer am „Krings-Eck“ vor dem Industriedenkmal zu der Führung ein. Bevor es jedoch losging, klärte Khan die Anwesenden, von denen viele aus dem Stadtteil kamen, über die Geschichte der ehemals eigenständigen Stadt Cronenberg auf, die 1929 bei der Gründung Wuppertals eingemeindet wurde. Begeistert seien die Cronenberger davon nicht gewesen, schrieben sie als Kommune doch damals schwarze Zahlen und wollten nicht mit verschuldeten Städten wie Elberfeld und Barmen zusammengelegt werden, so Khan. „Das ist wie heute mit der EU!“ Nicht jeder zahlt gerne für die Schulden der anderen mit.

Die Frage nach der Herkunft des Namens „Cronenberg“ konnte derweil durch eine Frau schnell geklärt werden. Bis 1869/70 wurde Cronenberg noch mit K geschrieben, ein etymologischer Hinweis auf die „Krähen“, nach denen Cronenberg benannt ist. „Das ist ähnlich wie beim Arrenberg - der heißt übersetzt Adlerberg“, berichtete Khan.

Vom „Krings-Eck“ ging es durch die Schorfer Straße zum reformierten-evangelischen Friedhof. Für Khan, der selbst beim Evangelischen Friedhofsverband in Wuppertal arbeitet, sind Friedhöfe wichtige Orte der historischen Spurensuche. „Wenn man Friedhöfe besucht, dann lernt man viel von der Geschichte einer Stadt.“ Aber auch Kultur, Religion und Wirtschaft standen auf dem Programm der Stadtführung.

Und beim Gang durch das Sträßchen „An der Hütte“ erinnerte Khan daran, dass hier einmal viele kleine Häuschen und Hütten standen, in denen Gewerbetreibende gelebt und gearbeitet haben.

Vor allem das Schmiedehandwerk sei hier stark vertreten gewesen, denn anders als bei der Textilindustrie im Tal hatten die Schmieden nicht so einen hohen Wasserbedarf. Allerdings wurden viele Häuschen in dem Areal zweimal durch schwere Brände zerstört. In den Jahren 1829 und 1834 waren die Feuer ausgebrochen. Beim letzten Brand wurden auch das Einwohnermelderegister ein Raub der Flammen, zudem wurden Unterlagen der Polizei vernichtet.

Bei den Teilnehmern stieß die Stadtführung auf Zustimmung. „Interessant“, fand der aus Cronenberg kommende Harald Schäfer die Führung. Er sei schon einige Male bei Stadtführungen von Frank Khan mitgegangen. Helga Bartholomae aus Sonnborn wollte vor allem etwas zum historischen Stadtkern Cronenbergs erfahren. Sie nahm an dem Rundgang auch deshalb teil, um einem Bekannten, der sich ihrer Ansicht nach zu wenig für die Geschichte Wuppertals interessiert, einmal etwas über die Attraktionen vor der eigenen Haustür zu berichten.