Reit- und Fahrverein: Auf dem Sprung über den Tannenbaum

Reit- und Fahrverein: Auf dem Sprung über den Tannenbaum

Beim Wuppertaler Reit- und Fahrverein ist es Tradition, dass der ausrangierte Weihnachtsbaum als Hindernis dient.

Wuppertal. Acht Sprünge über vier Hindernisse müssen die Reiter mit ihren Pferden heute überwinden: „Das ist schon einzigartig“, sagt Jochen Münz vom Wuppertaler Reit- und Fahrverein und betrachtet die zum Teil 1,10 Meter hohen Seilsprünge vor sich. Und damit ist nicht nur die linienförmige Aufstellung der Hindernisse gemeint, die von den Teilnehmern höchste Konzentration verlangt, sondern auch das, was unter ihnen liegt: der ausrangierte Weihnachtsbaum des Vereins.

„Das ist bei uns Tradition. Seit 41 Jahren veranstalten wir das sogenannte Tannenbaumspringen“, erzählt Münz und erklärt: „So erfüllt der Baum gleich einen doppelten Zweck.“ Denn gerade für die jungen Reiter und Pferde sei das Tannenbaumspringen eine gute Übung für spätere Turniere.

Egal, ob Anfänger oder fortgeschritten: „Wir passen die Hindernisse den unterschiedlichen Niveaus an, damit jeder mitmachen kann“, sagt Jochen Münz. 40 Teilnehmer hatten sich am Sonntag für das große Tannenbaumspringen des Vereins gemeldet. Bei einer Starthöhe von 50 Zentimetern konnte das ungewöhnliche Turnier so auch schon für die jüngeren Reiter beginnen.

Unter den fortgeschrittenen Reitern war auch Justus Schmitt-Sasse (20), der den zweiten Platz holte: „Es macht einfach Spaß, und das ist das Wichtigste“, verriet er. Gewertet wurden die Anzahl der Fehler sowie die Schnelligkeit.

Den Brauch ins Leben gerufen hatte einst Helmut Ay (85), der schon damals in der nadligen Tanne die nützliche Weiterverwertung sah: „Das kam bei allen gut an und hat sich bis heute etabliert.“ Für langjähriges Engagement wurde Helmut Ay auch mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Etwa 250 Mitglieder zählt der Wuppertaler Reit- und Fahrverein derzeit. Das Angebot ist vielfältig: Neben Dressur, dem Reiten innerhalb der Hausfrauen- und Männerstunden, der Teilnahme an Turniergruppen oder dem klassischen Voltigieren können Reitstunden auf insgesamt neun Schulpferden gebucht werden. „Wir bieten ein umfangreiches Programm und sind nicht nur turnierorientiert“, betont Jochen Münz.

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