Regen statt „Romeo und Julia“: Ein Festival fällt ins Wasser

Regen statt „Romeo und Julia“: Ein Festival fällt ins Wasser

Bühnen-Spektakel mit 350 Darstellern wird wiederholt.

Wuppertal/Solingen. „Romeo?!“, kreischt eine hilflose Julia, bricht neben ihrem totgeglaubten Geliebten in Tränen aus und nimmt sich schließlich selbst das Leben. Die „Shakespeare live!“-Akademie wollte eigentlich solche dramatischen Szenen aus dem Klassiker „Romeo und Julia“ am Sonntag unter dem Motto „Wenn Liebende Brücken schlagen“ im Müngstener Brückenpark zeigen. Doch die eigentliche Tragödie spielte sich am Sonntag nicht im Verona des 16. Jahrhunderts ab, wo ein Familienzwist dem wohl berühmtesten Liebespaar der Welt das Leben schwermacht. Vielmehr machte das Wetter das ganze Theaterfestival zum Trauerspiel.

„Wir sind geliefert“, sagte Festival-Initiator Rainer Haußmann im Brückenpark der WZ. Mit 4000 Besuchern hat er gerechnet — doch bei strömendem Regen kamen laut Haußmann gerade mal 500 Zuschauer und Angehörige der 350 Laien-Schauspieler in den Brückenpark. Der ursprüngliche Plan, das Stück Szene für Szene auf 13 verschiedenen Bühnen aufzuführen, fiel komplett ins Wasser. Stattdessen zogen die Darsteller der 21 Theatergruppen, die an der Aufführung beteiligt waren, in die Schmiede im Schaltkotten um und zeigten ihre Szenen nur in Ansätzen.

Es ist ein weiterer Rückschlag für das Festival, nachdem die vorgezogene Landtagswahl im Frühjahr eine Verzögerung bei den Fördermitteln des Landes mit sich gebracht hatte (die WZ berichtete). Abzüglich der 30.000 Euro NRW-Zuschüsse blieb Veranstalter Haußmann ein Fehlbetrag von 10.000 Euro, den er mit Getränke-Verkäufen beim Festival sowie mit Spenden decken wollte. Diese erhofften Einnahmen zerrannen am Sonntag im Dauerregen.

„Wenn man so einen Einnahmen-Ausfall hat, ist das schon eine Katastrophe“, sagte Haußmann gestern. Dennoch will er nicht aufgeben — und „Wenn Liebende Brücken schlagen“ am 2. September im gleichen Umfang an gleicher Stelle wiederholen — nur eben mit besserem Wetter. Wenn dann die Einnahmen stimmten, hätte das Festival doch noch ein Happy-End — im Gegensatz zu „Romeo und Julia.“

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