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Ralf Derkum: „Ein Traum wäre es, den WSV zu trainieren.“

Ralf Derkum: „Ein Traum wäre es, den WSV zu trainieren.“

Trainer Ralf Derkum hat den SSV Sudberg vor dem Abstieg gerettet. Die WZ sprach mit dem „Feuerwehrmann“.

Herr Derkum, Sie haben die 1. Mannschaft von Sudberg als Trainer übernommen, weil der Verein Ihrem Vorgänger nicht zutraute, den Klassenerhalt zu schaffen. Was braucht man, um als Feuerwehrmann erfolgreich zu sein?

Ralf Derkum: Um ehrlich zu sein, es ist das erste Mal, dass ich eine Mannschaft tatsächlich vor dem Abstieg gerettet habe. Ich bin ein Motivationskünstler und denke schon, dass ich noch einmal 20 oder 30 Prozent mehr aus einem Spieler rausholen kann als vielleicht andere Trainer. Die Jungs haben meine Kabinenansprachen teilweise aufgezeichnet, weil sie so etwas noch nicht erlebt haben. Meine Form in der Ansprache ist zwar außergewöhnlich, aber ich spreche die Sprache meiner Spieler.

Hat es Ihnen nicht weh getan, dass Sudberg Ihren ehemaligen Club, den SC Sonnborn, noch weiter in die Krise geschossen hat und einer der Sargnägel zum Abstieg war?

Derkum: Das hat mir richtig weh getan. Ich bin ja im zweiten Jahr, als ich bei Sonnborn Trainer war, dritter in der Bezirksliga geworden, nur knapp am Aufstieg vorbei. Außerdem ist mein Vater Verwaltungsrat und Vorstand bei Sonnborn. Darauf konnte ich mit Sudberg aber keine Rücksicht nehmen.

Gab es nach dem Spiel Ärger im Hause Derkum?

Derkum: Nein, mein Vater ist und bleibt mein größter Fan. Noch heute schenkt er mir jedes Jahr zum Geburtstag neue Fußballschuhe. Damit ich ja nie mit dem Fußballspielen aufhöre. Es gibt nur wenige Spiele in meinem Leben, bei denen mein Vater nicht dabei war.

Die Fußballplätze sind besser ausgestattet denn je, es gibt nur noch wenige Ascheplätze in Wuppertal. Wie ist es denn um den Amateurfußball im Tal bestellt?

Derkum: Traurig, wenn wir früher Spiele hatten, kamen 400 oder 500 Zuschauer. Auch für die Jungs, die spielen, ist das nicht schön. Es ist nicht mehr so wie früher. Heute gibt es zu viel digitale Konkurrenz. Die Jugendlichen spielen lieber Playstation, als sich ein Fußballspiel in der Nachbarschaft anzuschauen. Die Zeiten von früher zurückzuholen, das ist sehr schwer.

Mit dem SSV Sudberg haben Sie abstiegsbedroht nicht nur den Klassenerhalt geschafft, sondern die Bezirksliga noch auf Platz zehn abgeschlossen. Trauen Sie ihrer Mannschaft in der kommenden Saison mehr zu?

Derkum: Die letzten vier Spiele als Trainer bei Sudberg, das war richtig viel Arbeit. Auch wenn es ‚nur’ Bezirksliga ist, stand ich bei diesen vier Spielen total unter Strom. Wir bauen den Kader von Sudberg komplett um. Das wird eine ganze junge Mannschaft sein. Wir wollen nicht gegen den Abstieg spielen, sondern so schnell wie möglich unter die ersten Zehn.

Wenn das geschafft ist, und die Abstiegszone kein Thema mehr ist, was bräuchte es, für den Aufstieg in die Landesliga?

Derkum: Das ist ja das verrückte heute: Selbst in der Landesliga werden bereits Gelder an die Spieler gezahlt. Ein Aufstieg wäre möglich, wenn ein großer Hauptsponsor das finanziert. Das geht eigentlich nur über Geld. Aber ich bin ein ehrgeiziger Typ udn habe das Glück, dass viele gute Jungs auch unter mir spielen wollen. Und dann werden wir sehen, ob der Aufstieg in ein oder zwei Jahren nicht doch Thema ist.

Was hat Ralf Derkum noch für Träume als Trainer?

Derkum: Ein Traum wäre es, irgendwann einmal Trainer beim WSV zu sein.