Offene Gartenpforte: Im verwunschenen Garten

Offene Gartenpforte: Im verwunschenen Garten

Das Ehepaar Gelbrich zeigt 250 Besuchern sein „zweites Wohnzimmer“.

Sudberg. „Arbeit macht nur das Gießen, ansonsten leben wir in unserem Garten, der im Sommer unser zweites Wohnzimmer ist“, bekennen Gerhard und Gudrun Gelbrich, die am Tag der Offenen Gartenpforte an der Oberheidter Straße in Sudberg mehr als 250 Besucher begrüßen durften. Vor 21 Jahren, als die Familie das Anwesen bezog, gab es hier nicht den Hauch eines Gartens.

„Der Vormieter, der hier 25 Jahre gewohnt hat, züchtete Zwerghühner und hatte überall Ställe. Mit dem Mist hat er den Boden so aufbereitet, dass hier heute alles wächst“, erzählt der pensionierte Garten- und Landschaftsbauer, der seinen Betrieb 1996 an seinen Sohn Thomas übertrug. In dessen Gewächshaus vermehrte er in den vergangenen Monaten Pflanzen, die die Besucher beim Tag der Offenen Gartenpforte gegen eine Spende für das Kinderhospiz Küllenhahn erwerben konnten.

Auf ihrem Grundstück lassen blühende Rhododendrenbüsche, Magnolien, Passionsblumen, Fuchsien oder Engelstrompeten die Herzen der Besucher höher schlagen. „Es blüht alles so wunderschön. Und die kuscheligen Plätze machen den Garten richtig heimelig“, bewundert Sabine Zeller aus Cronenberg die Pracht und lässt sich gleichzeitig für ihre Gartengestaltung inspirieren.

Am 110 Jahre alten Schieferhaus, das zu den sogenannten Sieper-Häusern gehört, schließt sich die Frühstücksterrasse an, beschützt von einem hohen Birnbaum, der vermutlich beim Hausbau gepflanzt wurde. Der naturnah gestaltete Gartenteich, der mit wilder Iris, Mohn, Sumpfdotterblumen und Seerosen jedem Romantiker das Herz aufgehen lässt, wird durch einen kleinen Bachlauf mit Wasser gespeist, in dem sich zahlreiche Vogelarten tummeln. „Ich habe gestern 15 Minuten hier gesessen und den Vögeln beim Baden zugeschaut“, erzählt Gerhard Gelbrich, der sich für seinen Mittagsschlaf in den siebeneckigen Pavillon zurückzieht.

Schneckenprobleme, wie sie häufig bei Gartenfreunden angetroffen werden, kennen die Gelbrichs nicht. „Früher haben wir zwei Stunden Schnecken gesammelt. Seitdem wir ,mulchen’ gehört das Problem der Vergangenheit an“, sagt Gudrun Gelbrich erfreut.

Verschlungene Wege, liebevoll mit Natursteinen bestückt, sollen dem Stil des Hauses entsprechen und sind vom Japanischen Garten in Leverkusen inspiriert. Und das Geheimnis eines interessanten Gartens geben die Gelbrichs auch preis: „Sie müssen Räume schaffen, so dass man nicht alles auf einen Blick sieht. Das hat uns mal ein bekannter Gartenarchitekt empfohlen“, verraten sie. Und wie zur Bestätigung meint die Elberfelderin Sabine Windrath, die von den gewundenen Pfaden besonders angetan ist: „Man geht auf eine kleine Reise in diesem verwunschenen Garten und entdeckt immer wieder etwas Neues.“