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Naherholungspark in Cronenberg erreicht nächste Runde

Bürgerbudget : Naherholungspark in Cronenberg erreicht nächste Runde

Ökologie und Freizeit sollen am Greuel verbunden werden. Das Geld soll aus dem Bürgerbudget kommen.

Ideen aus der Wuppertaler Bevölkerung zur Entwicklung der Stadt standen in den vergangenen drei Wochen zur öffentlichen Abstimmung für das Bürgerbudget 2021. Insgesamt 176 Vorschläge hatten in einer ersten Prüfungsphase alle Kriterien erfüllt. In der jüngst abgeschlossenen Wahl wurde das Feld auf die 100 Ideen mit den meisten Stimmen reduziert.

Auch der geplante Naherholungspark am Greuel ist weiterhin im Rennen. Der Vorschlag der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Greuel-Möschenborn schaffte mit einer großen Stimmenanzahl souverän den Einzug in die Top-100. Nur wenige Vorhaben erhielten mehr Zustimmung als der Park, der schon lange vor der Abstimmung zum Bürgerbudget in Planung war.

Das Hauptaugenmerk der Bürgerinitiative liegt darauf, geplante Bebauung auf den hiesigen Grünflächen zu verhindern. Stattdessen plante sie einen Park, der aus erhaltenen Waldstücken sowie aus Streuobst- und Hundewiesen bestehen soll. So soll Natur erhalten und gleichzeitig allgemein zugänglich gemacht werden. Mit einem Wanderparkplatz und einer Sonnenterrasse will man dem Wunsch nach Naherholung entsprechen. Wichtig ist den Initiatoren auch die Quelle des Möschenborn-Bachs, der unterhalb entspringt und sich aus dem Grundstück speist.

Christoph Frielingsdorf von der Bürgerinitiative ist vom Zuspruch überrascht: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so weit oben sind.“ Er versichert der Stadt im Fall der Fälle ehrenamtliche Arbeit für die Sauberkeit des Parks. 

Auch die Bergischen Museumsbahnen (BMB) zeigen sich dem Projekt gegenüber wohlgesonnen. Als es für das Bürgerbudget eingereicht wurde, habe man das gern publik gemacht. Denn, so Vorstandsmitglied Sven Ekert: „Wir sind direkt involviert.“ Es soll geprüft werden, ob ein stillgelegtes Teilstück der Strecke wieder in Betrieb genommen werden kann, sodass der Park direkt mit den teils 100 Jahre alten Waggons erreicht werden könnte. Das würde den Freizeit-Aspekt des Vorhabens unterstreichen, sagt Ekert und spricht von einem Netzwerk mit dem Naturfreundehaus, dem Alpakahof und dem historischen Manuelskotten: „Wir alle sind ein bisschen Cronenberg.“ Die BMB wollen zum Naherholungspark beitragen, indem sie zum Beispiel einen Fahrrad-Transport per Bahn anböten. Sie wollen auch in Zeiten von Abstandsregeln unterstützen: „Wir werden gerne den Betriebshof für Sitzungen zur Verfügung stellen“, sagt Ekert. Er würde sich aus Sicht der Museumsbahnen über eine eventuelle Umsetzung freuen, vor allem, um den historischen Wagen eine weitere Bühne bieten zu können. 

Bis dahin werden aber noch einige Schritte nötig sein. Zunächst stimmen Interessierte am 11. Mai darüber ab, ob der Naherholungspark zum Gemeinwohl in der Stadt beiträgt. Schafft die Initiative es mit ihrer Idee in die Top-30, werden in der Verwaltung die Umsetzungsmöglichkeiten intensiv geprüft. Danach erfolgt eine weitere öffentliche Abstimmung, in der die Sieger ermittelt werden. Für den Park am Greuel wäre das aber immer noch nicht mit grünem Licht gleichzusetzen, wie Nina Kotissek, Projektmitarbeiterin beim Bürgerbudget, erläutert: „Die meisten Grünflächen müssen durch die BV.“ Ein möglicher Sieg stünde also unter Vorbehalt; die Bezirksvertretung wird das letzte Wort haben. „Das sehe ich aber in der Regel nicht als Problem“, ist Kotissek überzeugt.  Als bisher einziger Vorschlag für das Bürgerbudget war 2017 die autofreie Luisenstraße von der dortigen BV einkassiert worden. Im Fall des Parks haben Teile der Politik bereits Unterstützung signalisiert. Frielingsdorf ist sich der Zustimmung sicher. Er berichtet von einer vergangenen Abstimmung: „Die Mehrheit der BV wollte keine Bebauung.“